Die prägenden Jahre in Schruns und München
Johann Hans Bertle trat aus der stillen Landschaft von Schruns in Vorarlberg in ein Leben, das von strenger akademischer Disziplin geprägt war. Seine frühe Ausbildung führte ihn über die Schulen von Schruns bis nach Einsiedeln in der Schweiz, bevor er die formale Unterweisung an der Münchner Akademie suchte. Zwischen 1als 1897 und 1903 studierte er unter der Anleitung von Nikolaus Gysis, Wilhelm von Diez und Carl von Marr. Diese Jahre in München legten das technische Fundament für eine Karriere, die schließlich verschiedenste Disziplinen umfassen sollte, von der Malerei bis zur grafischen Illustration.
Der junge Künstler blieb jedoch nicht auf deutsche Klassenzimmer beschränkt. Seine Neugier führte ihn im Jahr 1902 nach Paris, gefolgt von Studienzeiten in Italien in den Jahren 1904 und 1906. Diese Reisen machten ihn mit den breiteren Strömungen der europäischen Kunst vertraut. In seiner Jugend arbeitete er sogar mit seinem Vater, Johann Jakob Bertle, an einem Wandgemälde im Jahr 1902, was eine frühe Verbindung von Familientradition und beruflichem Ehrgeiz markierte.
Ein Leben voller vielfältiger Bestrebungen
Bertles Berufsleben war durch eine bemerkenswerte Vielseitigkeit gekennzeichnet. Er war nicht nur Maler, sondern auch Grafiker, Illustrator, Plakatkünstler und Exlibris-Gestalter. Bis 1908 hatte sein Geschick als Porträtist ihm Aufträge aus der High Society eingebracht, darunter auch von der bayerischen Königsfamilie. Auf diese Zeit des Prestiges folgte eine Phase als Pädagoge; von 1910 bis 1914 leitete er seine eigene Malerschule in München.
Die Stabilität seines Atelierlebens wurde durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs unterbrochen. Bertle meldete sich freiwillig zum Dienst und sah sich sowohl der Somme-Front in Frankreich als auch der Südfront in den Dolomiten gegenüber. Seine Erfahrungen im Feld wurden durch sein Werk dokumentiert; bis 1917 war er zum Offizier und Kriegsmaler ernannt worden. Diese Zeit des Konflikts verlieh seinem Schaffen eine ganz eigene Schwere, wie es in Werken wie Im Felde (Die Eroberung von Punta d'Albiolo am Tonale) aus dem Jahr 1916 deutlich wird.
Späte Jahre und letzte Stationen
Nach dem Krieg spiegelten Bertles Bewegungen die sich wandelnde politische Landschaft Mitteleuropas wider. Er arbeitete 1918 im Wiener Kriegsausschuss und lebte bis 1938 in Wien. In seinen späteren Jahren kehrte er nach München zurück, wo er seine Arbeit bis zu seinem Tod in Schruns im Jahr 1943 fortsetzte.
Sein künstlerisches Erbe findet sich in einer Vielzahl von Formaten:
- Porträtmalerei: Aufträge aus der High Society und königliche Motive.
- Grafische Künste: Illustrative Arbeiten, Plakate und Exlibris-Designs.
- Kriegskunst: Dokumentation der Realitäten der Somme und der Dolomiten.
- Lehrtätigkeit: Seine Zeit als Schulleiter in München.
Fragen & Antworten
In welcher Stadt und in welchem Land wurde Hans Bertle geboren?
Hans Bertle wurde in Schruns, Österreich, geboren.
Wo und wann wurde Hans Bertle geboren?
Hans Bertle wurde im Jahr 1880 in Schruns geboren.
