SelbstporträtBartolomeo Passarotti · 1560
Öl auf Tafel
Wandkunst
Manierismus
1560
– Frühe Neuzeit
43.0 x 28.0 cm
Bartolomeo Passarotti (1529 – 1592)
Italienischer Manierist Bartolomeo Passerotti (1529-1592) aus Bologna. Entdecken Sie seine Genremalerei und sein Erbe des Barock.
Die Komposition eines manieristischen Porträts
Das Ölgemälde auf Holztafel präsentiert eine eng gefasste Ansicht von Bartolomeo Passerotti, die sich ganz auf sein Gesicht und seinen Oberkörper konzentriert. Das Motiv ist in einer Einpunktperspektive angelegt, die den Blick des Betrachters unaufhaltsam auf seine Gesichtszüge lenkt. Eine dunkle Farbpalette dominiert das Werk, wobei Nuancen von Braun, Schwarz und gedämpftem Grün zum Einsatz kommen. Das Licht bricht in die Szene ein, um starke Kontraste zu erzeugen, welche die Muskulatur des Gesichts und die Falten des Gewandes plastisch herausarbeiten. Die Haut ist mit Lichtakzenten wiedergegeben, die ihre Textur vor dem schattigen Hintergrund definieren. Eine Halskrause umschließt den Nacken, deren Stoff mit höchster Präzision in den Pinselstrichen eingefangen wurde. Das Subjekt bewahrt dabei einen nachdenklichen Blick und eine würdevolle Haltung.
Technische Ausführung und Materialität
Der Künstler verwendete Ölpigmente, vermutlich unter Beigabe von Bleiweiß, die mit Leinöl vermischt wurden, um eine glatte, polierte Oberfläche zu erzielen. Der Farbauftrag wirkt geschmeidig und fließend, besonders bei der Darstellung der Haut und des Haares. Die technische Meisterschaft dieses Werkes aus dem Jahr 1560 offenbart sich in einer Reihe meisterhafter Details:
- Der Einsatz des Chiaroscuro, um durch das Spiel von Licht und Schatten eine beeindruckende Tiefe zu schaffen.
- Ein unbestreitbarer Fokus auf anatomische Präzision innerhalb der Gesichtskonstruktion.
- Die Anwendung der atmosphärischen Perspektive, um im Hintergrund eine subtile räumliche Weite zu suggerieren.
- Die Darstellung organischer Formen, welche die natürlichen Konturen der menschlichen Gestalt widerspiegeln.
Historischer Kontext und stilistische Abstammung
Dieses im Jahr 1560 entstandene Selbstporträt ist ein herausragendes Zeugnis der manieristischen Bewegung, einem Stil, der Eleganz und psychologische Komplexität über die reine Abbildung stellt. Das Werk spiegelt den Übergang von der strukturierten Eleganz der Hochrenaissance hin zur dramatischen Intensität des Barock wider. Als Maler aus Bologna beeinflusste Passerottis Umgang mit Licht und Textur maßgeblich die Entwicklung der Bologneser Schule. Seine Ausbildung in Rom unter Meistern wie Giacomo Barozzi da Vignola und Taddeo Zuccari legte den Grundstein für die anatomische Genauigkeit, die in diesem Porträt so deutlich hervortritt. Letztlich fungiert das Gemälde als ein lebendiges Zeugnis des Erscheinungsbildes und des sozialen Status des Künstlers in dieser prägenden Lebensphase.
Über dieses Kunstwerk
- Titel: Selbstporträt
- Künstler: Bartolomeo Passarotti
- Jahr: 1560
- Originalmaße: 43.0 x 28.0 cm
- Format: Hochformat
- Urheberrechtlicher Status: Gemeinfreiheit
- Bewegung: Manierismus
- Medium: Öl auf Tafel
- Medium: Wandkunst
- Kontext des Werks: einfluss der bologneser schule, giacomo barozzi da vignola
Eckdaten
- Medium: Öl auf Tafel
- Movement: Manierismus
- Dimensions: 43 x 28 cm
- Title: Selbstporträt
- Artistic style: Manierismus
Fragen und Antworten
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