Hier kommt der NachtmahrFrancisco De Goya · 1799

  • MalmediumRadierung
  • MaterialartWandkunst
  • KunstrichtungRomantische Satire
  • Entstehungsdatum1799
  • Kunstperiode– 19. Jahrhundert
  • Abmessungen21.0 x 15.0 cm
  • MuseumLos Angeles County Museum of Art

Francisco De Goya (1746 – 1828)

Spanischer Romantiker düsterer, viszeraler Radierungen und eindringlicher, psychologischer Schwarzer Malerei über das Leid von Krieg und Wahnsinn.

Los Angeles County Museum of Art (Los Angeles, Vereinigte Staaten von Amerika)

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Identifikation des Kunstwerks und des Künstlers

Die Radierung mit dem Titel „Hier kommt der Nachtmahr“ gehört zu der berühmten Serie, die als Los Caprichos bekannt ist. Francisco Goya, der bedeutende spanische Künstler, vollendete dieses spezifische Werk im Jahr 1799. Geboren wurde er 1746 in Fuendetodos, Spanien. Der Druck fängt einen Moment plötzlicher, scharfer Spannung ein, der den Betrachter unmittelbar in seinen Bann zieht.

Francisco Goya nutzte die Techniken der Radierung und des Aquatint-Verfahrens, um diesem Werk seine charakteristische Tiefe zu verleihen. Das Kunstwerk entstand aus einer Phase intensiver Beobachtungsgabe und bleibt ein bedeutender Teil seines Schaffens aus dem späten achtzehnten Jahrhundert. Eine Maske droht über der häuslichen Szene zu schweben und wirft einen düsteren Schatten über das Papier.

Die Komposition und die visuellen Elemente

Ein Bett dient als Ankerpunkt dieses häuslichen Refugiums, ein Ort der Ruhe, der nun von einem Eindringling verletzt wurde. Eine Frau und zwei Kinder sitzen am Rand der Matratze, ihre Körper erstarrt in einem Moment plötzlicher, starrer Reglosigkeit. Über ihnen lauert ein Mann. Er trägt eine Maske, die seine Identität verbirgt – ein Kostüm, das eine menschliche Gestalt in den Archetyp des Nachtmahrs verwandelt. Die Bedrohung ist lautlos und unmittelbar.

Licht und Schatten ringen in einem schweren, tintenartigen Kampf durch den Raum. Tiefe, dunkle Töne verschlingen die Ecken des Raumes und drängen die Figuren in einen scharfen, beunruhigenden Fokus. Dieses dramatische Zusammenspiel des Lichts dient weniger der Erhellung als vielmehr der Entblößung. Es meißelt die Konturen der Maske und die Verletzlichkeit der sitzenden Figuren aus der umgebenden Finsternis heraus. Die Dunkelheit wirkt dicht, als würde sie gegen die Ränder des Bettes drücken.

Die Anordnung der Figuren erzeugt ein Gefühl von Klaustrophobie. Die Vertikalität des maskierten Mannes durchschneidet die horizontale Ebene des Bettes – eine plötzliche Unterbrechung in einem ansonsten stillen Zimmer. Jede Linie lenkt den Blick auf die Spannung zwischen dem Beschützer und dem Raubtier. Die Schatten fallen nicht einfach nur; sie warten.

Technik und künstlerische Materialien

Der Künstler arbeitet auf handgeschöpftem Papier, einer Oberfläche, die den tiefen Biss des Metalls meisterhaft bewahrt. Durch den präzisen Einsatz von Radierung und Aquatinta erschafft Goya eine Welt von beispielloser tonaler Tiefe. Er nutzt die Technik der polierten Aquatinta, um das Licht zu manipulieren und Formen direkt aus der Dunkelheit herauszuschneiden. Die Tinte setzt sich tief in die Körnung des Papiers, wodurch schwere, tintenartige Schatten entstehen, die die Ecken des Raumes gänzlich verschlingen.

Eine rhythmische Präzision definiert die Textur dieser Szene. Schraffuren und Kreuzschraffuren formen die Konturen der Figuren sowie die schweren Falten der Bettwäsche. Diese Linien sind weit mehr als bloße Markierungen; sie bilden die Architektur des Unbehagens. Das Zusammenspiel von Licht und Schatten erzeugt eine schwere, melancholische Atmosphäre. Die Dunkelheit wirkt beinahe greifbar und dicht, während sie sich unerbittlich gegen die Verletzlichkeit der dargestellten Personen drängt.

Historischer Kontext und Sujet

Spanien im Jahr 1799 war eine Landschaft aus sich ständig verschiebenden Schatten. Die napoleonischen Kriege hatten die etablierte Ordnung erschüttert und ein Erbe aus sozialen Umwälzungen und weit verbreiteter Unzufriedenheit hinterlassen. In diesem Klima schuf Goya seine Serie Los Caprichos, um die Torheiten und Aberglauben der spanischen Gesellschaft zu untersuchen. Das Werk fungiert als Spiegel einer Kultur, die mit ihrer eigenen inneren Dunkelheit und der Instabilität ihrer traditionellen Werte ringt.

Eine maskierte Gestalt beugt sich bedrohlich über ein Bett, eine Silhouette der Täuschung. Diese Maske dient als Symbol für die verborgenen Absichten derer, die die Macht innehaben, und repräsentiert die unaufrichtige Natur der Autorität. Die Präsenz des Nachtmahrs verwandelt einen häuslichen Raum in einen Ort urzeitlicher Angst. Das Werk fängt den spezifischen Terror kindlicher Albträume sowie den schweren, schützenden Instinkt der Mutterschaft ein. Die Frau sitzt starr, gefangen zwischen der Sicherheit des Heims und der herannahenden Bedrohung des Unbekannten.

Die Szene spiegelt eine tiefere gesellschaftliche Unruhe wider. Es ist ein Moment psychologischer Anspannung, in dem die Fassade bürgerlicher Ruhe weggeschält wird. Angst ist hier kein abstraktes Konzept; sie ist das Gewicht eines Schattens in einem stillen Raum. Die Dunkelheit ist förmlich greifbar.

Museumskollektionen und Provenienz

Die physischen Spuren dieses Drucks finden sich in zwei unterschiedlichen Depots wieder. Das Metropolitan Museum of Art bewahrt ein Exemplar des Werkes, das unter der Objektnummer 18.64(3) geführt wird. Hier hat sich die Tinte tief in die Fasern des Papiers gesetzt – ein stiller Zeuge der Hand des Künstlers.

Im Brooklyn Museum verweilt ein anderer Schatten. Diese Institution besitzt einen seltenen Satz von Probedrucken, einen frühen Abzug, der noch vor der offiziellen Edition entstand. Diese spezifische Version trägt die Inventarnummer 37.33.3. Sie ist ein Fragment einer größeren, dunkleren Sequenz, bewahrt in den stillen Hallen der Sammlung.

Verwandte Werke von Francisco Goya

Die Schatten der menschlichen Psyche finden oft ihren Weg in Goyas erschütterndste Serien. Zwischen 1810 und 1820 schuf er Die Schrecken des Krieges, eine Sammlung von Radierungen, die das rohe, ungeschönte Leiden der Menschen dokumentieren, die in der Brutalität des Konflikts gefangen sind. Diese Werke entlarven jeglichen Schein von Heldentum und konzentrieren sich stattdessen auf die viszerale Realität von Hunger und Gewalt. Die Tusche fängt eine Welt ein, in der das Licht der Ordnung erloschen ist.

In seinen späteren Jahren wandte sich der Künstler den Wänden seines Zuhauses zu, der Quinta del Sordo. Dort trug er Ölfarbe direkt auf den Putz auf, um die „Schwarzen Malereien“ zu erschaffen. Diese Wandgemälde, wie etwa Saturn, der seinen Sohn verzehrt, entspringen einer Zeit tiefer Isolation. Sie besitzen eine schwere, düstere Qualität und setzen sich durch dicke, dunkle Texturen mit dem Wahnsinn und der existenziellen Angst auseinander. Die Farbe klammert sich an die Architektur wie eine Erinnerung an die Trauer.

Auch die Gewalt des Stierkampfes nahm seinen Blick in Anspruch. Durch die Serie La Tauromaquia untersuchte er den ritualisierten Kampf in der Arena. Seine Handschrift entwickelte sich von den scharfen, beißenden Linien der Gesellschaftssatire hin zu diesen schweren, emotionalen Studien von Bewegung und Tod. Der Staub der Arena und das Blut des Spektakels bleiben in seiner Vision eingebrannt.

Wo man dieses Kunstwerk bewundern kann

Die Schatten dieser Radierung aus der Serie Los Caprichos sind in verschiedenen Institutionen über die Welt verteilt. Das Metropolitan Museum of Art bewahrt diesen Druck in seinen Hallen auf. In Brooklyn wiederum bewahrt das Brooklyn Museum ein Exemplar des Werkes, genauer gesagt einen seltenen Probedrucksatz. Diese physischen Zeugnisse ermöglichen es der Tinte und dem Papier, die Jahrhunderte zu überdauern.

Auch das Los Angeles County Museum of Art führt Werke von Goya in seiner Sammlung. Um die feinen Linien der Aquatinta in ihrer ganzen Pracht zu erleben, muss man gezielt nach diesen besonderen Depots suchen. In der Stille dieser Räume trägt das Papier das Gewicht seiner eigenen Geschichte. Ein einzelnes Blatt bleibt dabei ein stiller Zeuge der Zeit.


Über dieses Kunstwerk

  • Titel: Hier kommt der Nachtmahr
  • Künstler: Francisco De Goya
  • Jahr: 1799
  • Originalmaße: 21.0 x 15.0 cm
  • Format: Hochformat
  • Urheberrechtlicher Status: Gemeinfreiheit
  • Ausstellung/Standort: Los Angeles County Museum of Art
  • Epoche: – 19. Jahrhundert
  • Kontext des Werks: kraftvolle satirische vision, trauma der spanischen identität
  • Hauptfarbe: Saftgrün

Eckdaten

  • Subject or theme: Angst, Furcht
  • Artist: Francisco José de Goya y Lucientes
  • Location: Museo del Prado
  • Influences: Alte Meister
  • Dimensions: 21 x 15 cm
  • Artistic style: Dunkle Satire

Fragen und Antworten

Zu welcher Stilrichtung gehört "Hier kommt der Nachtmahr"?

„Hier kommt der Nachtmahr“ ist ein Werk der Romantische Satire. Die Stilrichtung gibt die künstlerische Tradition an, der das Werk angehört.

In welcher Phase der Karriere von Francisco De Goya lässt sich „Hier kommt der Nachtmahr“ angesichts seines Entstehungsdatums einordnen?

"Hier kommt der Nachtmahr", entstanden im Jahr 1799, stammt aus der Spätromantik von Francisco De Goya.

Unter welchen anderen Namen ist Francisco De Goya bekannt?

Francisco De Goya ist auch unter dem Namen Francisco José de Goya y Lucientes, Francisco Goya Lucientes, Francisco de Goya y Lucientes, Francisco José Goya Lucientes, Goya bekannt.

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