Die Versuchung
Öl auf Leinwand
Wandkunst
English Surrealism
1944
550.0 x 370.0 cm
British Council
Ein Blick auf „Die Versuchung“ von John Samuel Tunnard
Nachdem er Textildesign am Royal College of Art studiert hatte, begann John Samuel Tunnard seine Karriere als Designer und Stoffkäufer für John Lewis in London. In den 1930er Jahren zog er mit seiner Frau nach Cornwall um und gründete eine Seidenblockdruckerei. Es war während dieser Zeit in Cornwall, dass Tunnard sich dem Malen zuwandte. Er wurde als englischer Surrealist identifiziert und seine Gemälde wurden neben Yves Tanguy, Paul Nash, Graham Sutherland und John Piper gezeigt. Er wurde weitläufig gefeiert und ausgestaltet während seines Lebens, wobei eine frühe Karriereausstellung in Peggy Guggenheims „Guggenheim Jeune“ Galerie in London stattfand (die zwischen 1938 und 1939 geöffnet war). Er würde zwei bedeutende Werke für das Festival of Britain von 1951 produzieren – ein Gemälde, „Die Rückkehr“ (1951) und eine Wandmalerei für das Regatta Restaurant. Seine Einflüsse umfassen moderne Stoffgestaltung, Interesse am Meerleben, frei assoziative Musik (Tunnard war ein begeisterter Jazzspieler) und die natürliche Welt (er sammelte auch seltene Insekten für das Naturhistorische Museum während es noch Teil des Britischen Museums war). Eine Spiel auf Perspektive verleiht diesem Gemälde seine makabre „Abstieg in den Löchern“-Atmosphäre. Dieses Gemälde führt seinen Betrachter in eine Welt mehrerer Ebenen, Linien und Hohlräume ein. Wenn man hineinblickt, wird die Untersuchung schnell durch einen verschwindenden Strich unterbrochen oder ein Schlag kreuzt das Blickfeld und biegt die Sicht entlang einer neuen Route ab. Das Auge des Betrachters erlebt eine Art Paroxysm beim Anschauen dieses Gemäldes. Ein Stoßwirkung wird erzeugt, dass uns verwirrt, ob es sich um das „wahre“ Muster handelt. Egal was zuerst verstanden wurde, wird es verzerrt und wir bleiben mit Fragen wie: Wo befindet sich die Vorderseite? Wo befindet sich hinten? Was geschieht hier wirklich? Eine Reihe von Motiven innerhalb dieses Werkes sind zu dieser Zeit verbreitet in Tunnards Praxis. Die Ochre-Gelbfärbung Figur rechts tritt im Werk „Geist“ auf, das im selben Jahr gemalt wurde und der scharfe Basispunkt von vorsichtig angehaltenen Formen ist vorhanden in anderen Gemälden zu dieser Zeit. Eine Leere, Türöffnung,Die Bedeutung einer außergewöhnlichen Perspektive
Tunnards Gemälde zeichnen sich durch eine besondere Art von Perspektive aus, die nicht nur räumliche Tiefe betont sondern auch eine gewisse Übereilung und Auflösung des Blickfelds einfängt. Diese Technik wird bewusst eingesetzt um ein Gefühl der Verwirrung und des Verlustes der Orientierung zu erzeugen – ein zentraler Aspekt seiner künstlerischen Vision. Die Darstellung ist nicht auf eine einfache Wahrnehmung beschränkt sondern fordert den Betrachter dazu heraus, sich aktiv mit dem Bild auseinanderzusetzen und eigene Interpretationen zu entwickeln. Eine solche Herausforderung wird durch die Verwendung von Licht und Schatten verstärkt, wobei dunkle Bereiche einen Kontrast zum helleren Hintergrund bilden und somit eine besondere Dramatik hervorrufen.Ein Einfluss von Stoffgestaltung und Jazzmusik
John Tunnard ließ sich maßgeblich von modernen Stoffmustern inspirieren und diese beeinflussen seine Farbpalette und Kompositionsweise erheblich. Gleichzeitig fand er Inspiration in der Musik insbesondere im Jazz, dessen Improvisationsstil und rhythmische Struktur ebenfalls einen wichtigen Bestandteil seiner künstlerischen Tätigkeit bildeten. Diese Verbindung zwischen visueller Kunst und musikalischer Ausdruckskraft spiegelt sich auch in seinen Gemälden wider und verleiht ihnen eine besondere Dynamik und Lebendigkeit.Die Natur als Quelle der Kreativität
Neben Stoffgestaltung und Jazzmusik spielte die natürliche Welt eine zentrale Rolle bei Tunnards künstlerischem Prozess. Er sammelte insbesondere seltene Insekten für das Naturhistorische Museum während es noch Teil des Britischen Museums und diese Beobachtungen fanden ihren Weg auf seine Leinwand und prägten somit seinen einzigartigen Stil aus. Die Darstellung von Pflanzen und Landschaften ist daher nicht nur eine ästhetische Wahl sondern auch ein Ausdruck tiefgreifender Wertschätzung für die Schönheit und Vielfalt der Natur.Ein Werk des Surrealismus und seine historische Kontext
Tunnards Gemälde werden als Teil des Surrealismus betrachtet und zeigen somit eine besondere Verbindung zu künstlerischen Bewegungen, die sich durch einen Fokus auf das Unterbewusstsein und traumartige Bilder auszeichnen. Seine Werke wurden neben anderen bedeutenden Künstlern der Zeit gezeigt und reflektieren somit die gesellschaftliche und politische Stimmung des Zweiten Weltkriegs. Eine besondere Herausforderung stellt die Darstellung von Konflikten und Spannungen dar, wobei Tunnard eine außergewöhnliche Perspektive einnimmt um diese Themen zu erfassen und künstlerisch auszudrücken. Die Verwendung von Licht und Schatten sowie die Komposition spielen dabei eine entscheidende Rolle bei der Erzeugung einer besonderen Atmosphäre und Wirkung auf den Betrachter.John Samuel Tunnard (1900 – 1971)
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British Council (London, Vereinigtes Königreich)
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Über dieses Kunstwerk
- Titel: Die Versuchung
- Künstler: John Samuel Tunnard
- Jahr: 1944
- Originalmaße: 550.0 x 370.0 cm
- Format: Querformat
- Urheberrechtlicher Status: Urheberrechtlich geschützt
- Ausstellung/Standort: British Council
- Medium: Öl auf Leinwand
- Technik: Wandkunst
- Schöpferische Phase: Mature Period
Eckdaten
- Location: British Museum
- Dimensions: 550 x 370 cm
- Influences: Jazz Musik"; "Natur
- Title: Die Versuchung
- Medium: Öl auf Leinwand
- Artist: John Samuel Tunnard
- Subject or theme: Marine Leben; Traumwelt