St. SebastianRaffael · 1501

  • MalmediumÖl auf Tafel
  • MaterialartWandkunst
  • KunstrichtungHochrenaissance
  • Entstehungsdatum1501
  • KunstperiodeRenaissance
  • Abmessungen43.0 x 34.0 cm
  • MuseumAccademia Carrara

Raffael (1483 – 1520)

Italienischer Hochrenaissance-Meister harmonischer Madonnen und monumentaler Vatikan-Fresken, bekannt für klare Formen und anmutige Kompositionen.

Accademia Carrara (Bergamo, Italien)

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Identifikation des Porträts des St. Sebastian

In diesem Öl-auf-Holz-Werk präsentiert Raffael den heiligen Sebastian, den christlichen Märtyrer. Das Gemälde fängt den Heiligen in einem Moment tiefer Hingabe ein und porträtiert eine Gestalt, die für ihre Standhaftigkeit trotz des körperlichen Leidens ihres Martyriums bekannt ist. Es ist eine stille Studie spiritueller Standhaftigkeit, ausgeführt mit jener Klarheit und Anmut, die die frühe Entwicklung des Künstlers prägten.

Dieses um 1501–1502 entstandene Werk entstammt der Zeit von Raffaels Florentiner Jahren. Es gewährt einen Einblick in die sich entwickelnde Formensprache des Künstlers während der Hochrenaissance. Das Kunstwerk befindet sich heute in der Accademia Carrara in Bergamo, Italien, wo es ein bedeutender Bestandteil der Museumssammlung bleibt.

Komposition und visuelle Elemente

Die zentrale Figur dominiert die Szene und ist in einem flachen Raum positioniert, der die Aufmerksamkeit des Betrachters vollkommen auf ihre Präsenz lenkt. Dieses Gefühl der Intimität wird durch die Einbeziehung zweier zusätzlicher Figuren vertieft, die den notwendigen narrativen Kontext liefern. Auf der einen Seite ist eine Frau zu sehen, die ihm Wein reicht – eine Geste, die ein stilles, menschliches Element in die Szene einführt. Auf der anderen Seite wird ein Soldat dargestellt, der einen Pfeil trägt, was den Moment in der spezifischen Schwere des Martyriums des Heiligen verankert.

Die Farbpalette setzt sich aus gedämpften Tönen zusammen, vornehmlich Rot-, Gold- und Brauntönen. Diese Nuancen erzeugen ein Gefühl von Wärme und Leuchtkraft auf der gesamten Tafel. Ein scharlachrotes Gewand fungiert als zentraler Blickfang innerhalb der Anordnung, der das Auge zur Mitte der Komposition führt und das emotionale Gewicht des Zustands des Dargestellten hervorhebt.

Technik und künstlerischer Stil

In dieser in Öl auf Holztafel ausgeführten Arbeit offenbart sich die frühe Entwicklung des Künstlers in den ersten Jahren des sechzehnten Jahrhunderts. Man kann einen deutlichen künstlerischen Einfluss von Perugino beobachten, insbesondere in der gelassenen Art und Weise, in der die Figuren dargestellt sind. Diese Verbindung zu seinem Mentor zeigt sich in der sanften Modellierung und der Stille der Szene, welche die stilistischen Grundlagen der umbrischen Tradition widerspiegelt.

Der Ansatz von Raffael ist hier durch eine akribische Schichtung definiert. Er wendet die Technik des sfumato an, um die Konturen der Figuren zu mildern, wodurch die Farben in einer nahtlosen, fast ätherischen Qualität ineinander übergehen. Diese subtile Abstufung der Töne vermeidet harte Linien und schafft ein Gefühl von atmosphärischer Tiefe sowie sanfte Übergänge zwischen Licht und Schatten. Der Auftrag des Pigments ist dabei höchst bewusst gewählt und konzentriert sich darauf, durch kontrollierte, präzise Pinselführung ein Gefühl von Anmut zu erzeugen.

Geschichte und Konservierung des Werkes

Die Provenienz dieses Kunstwerks lässt sich bis in die Sakristei der Kirche Sant’Andrea in Urbino zurückverfolgen. Dort verweilte es in seiner heiligen Umgebung, bis es im Jahr 1913 an Vittorio Belli und Filippo Battaglini aus Rimini verkauft wurde. Belli blieb über mehrere Jahrzehnte im Besitz des Gemäldes und bewahrte es bis zu seinem Tod im Jahr 1953. Seit diesem Zeitpunkt ist der genaue Verbleib des Werkes jedoch ungewiss geblieben.

Jüngste Konservierungsmaßnahmen waren von entscheidender Bedeutung, um das Tafelbild zu stabilisieren und die ursprüngliche Intention des Künstlers wieder sichtbar zu machen. Die Restauratoren konzentrierten sich dabei primär auf die Entfernung nicht-originaler, veränderter Firnis-Schichten, welche die Oberfläche im Laufe der Zeit getrübt hatten. Diese Eingriffe waren unerlässlich, um gezielt jene Bereiche zu behandeln, an denen die Farbschicht gelitten hatte – insbesondere im Hinblick auf abstehende Farbschichten und fehlerhafte Retuschen, die am roten Gewand sowie am Himmel festgestellt wurden.


Über dieses Kunstwerk

  • Titel: St. Sebastian
  • Künstler: Raffael
  • Jahr: 1501
  • Originalmaße: 43.0 x 34.0 cm
  • Format: Hochformat
  • Urheberrechtlicher Status: Gemeinfreiheit
  • Ausstellung/Standort: Accademia Carrara
  • Bewegung: Hochrenaissance
  • Medium: Öl auf Tafel
  • Medium: Wandkunst

Eckdaten

  • Dimensions: 43 x 34 cm
  • Year: 1501–1502
  • Medium: Öl auf Tafel
  • Movement: Hochrenaissance
  • Subject or theme: Christlicher Märtyrer; Leiden und Hingabe
  • Title: St. Sebastian

Fragen und Antworten

Wie alt war Raffael, als „St. Sebastian“ im Jahr 1501 geschaffen wurde?

Raffael schuf „St. Sebastian“ im Alter von 18. Der Künstler wurde 1483 geboren, und das Werk datiert auf 1501.

Welche Farbe prägt die Komposition von "St. Sebastian" von Raffael?

Die dominante Farbe von "St. Sebastian" von Raffael ist Rosiges Braun (#d9af85).

In welcher Phase der Karriere von Raffael lässt sich „St. Sebastian“ angesichts seines Entstehungsdatums einordnen?

"St. Sebastian", entstanden im Jahr 1501, stammt aus der Frühwerk von Raffael.

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