Ursprung und Geschichte des Abelló Museum
Das Abelló Museum ist ein städtisches Kunstmuseum in Mollet del Vallès, gelegen in der spanischen Provinz Barcelona. Seine Präsenz in dieser Region ist tief in den Visionen des Malers Joan Abelló verwurzelt, der es sich zum Ziel gesetzt hatte, der Gemeinschaft Zugang zu einer gewaltigen Sammlung künstlerischer Schätze zu verschaffen. Die Institution wurde im März 1999 ins Leben gerufen – ein Moment, der die offizielle Geburtsstunde dieser bedeutenden kulturellen Ressource für die Stadt markierte.
Nach seiner Gründung öffnete das Museum am 29. März 1999 offiziell seine Pforten für die Öffentlichkeit. Seit jenen ersten Tagen hat sich die Institution als ein wesentlicher Ort für das Studium und die Bewahrung der Kunst etabliert, wobei ein besonderer Fokus auf der katalanischen Tradition liegt. Inzwischen ist das Museum ein fester Bestandteil der regionalen Kulturlandschaft geworden und pflegt seine Zugehörigkeit zum Netzwerk der Kunstmuseen Kataloniens (XMAC).
Das Gebäude und seine Architektur
Das Museum residiert in einem im Jugendstil gehaltenen Gebäude, das auf das Jahr 1908 zurückgeht. Obwohl das ursprüngliche Bauwerk im Laufe der Zeit bedeutenden Veränderungen unterzogen wurde, ist die Fassade bewahrt geblieben und hält so die Verbindung zum architektonischen Charakter von Mollet del Vallès aufrecht. Die Innenräume lassen die Atmosphäre eines einstigen, bohemischen und gelehrten Lebens zwischen diesen Mauern aufleben, geprägt von einer dichten Akkumulation an Objekten und dekorativen Elementen.
In den Räumlichkeiten lenken kunstvoll bemalte Decken den Blick nach oben, während die Wände und Vitrinen eine vielfältige Auswahl an kleineren Schätzen bergen. Die Sammlung umfasst Miniaturen, Porzellan und Glasmalereien sowie verschiedene Möbelstücke. Eine besondere Präsenz von Kleidung und Mannequins belebt die Räume und trägt zur ganz eigenen, fast schon mystischen Atmosphäre des Ortes bei. Über den katalanischen Fokus hinaus beherbergt die Architektur auch Sammlungen asiatischer und afrikanischer Kunst sowie Exponate aus dem Bereich des Stierkampfes (Tauromachie).
Hauptsammlungen und Kunstwerke
Das Herzstück des Museums bildet die Sammlung mit dem Titel Moderne Kunst aus der Abelló-Sammlung des 19. und 20. Jahrhunderts. Dieses Ensemble umfasst mehr als 5.000 Kunstwerke, die sich primär um das schöpferische Schaffen und die persönlichen Akquisitionen des Künstlers und Sammlers Joan Abelló konzentrieren. Die hier zusammengetragenen Gemälde und Objekte eröffnen eine faszinierende Perspektive auf die Evolution der katalanischen Kunst, die vom späten 19. Jahrhundert bis weit in die Mitte des 20. Jahrhunderts reicht.
Jenseits dieser zentralen Sammlung der Moderne bereichert eine Vielfalt an Objekten das Spektrum des Museums. Die Präsenz romanischer und barocker Skulpturen verleiht den Räumen ein historisches Gewicht, das in einem reizvollen Kontrast zu den zeitgenössischeren Werken steht. Zudem finden sich in den Beständen asiatische und afrikanische Kunstwerke, die in einen stillen Dialog mit den europäischen Traditionen treten und die enorme Bandbreite menschlichen Ausdrucks in den Hallen widerspiegeln.
Zu den besonderen Glanzstücken der permanenten Sammlung gehören:
- Nachtlandschaft mit zwei Mädchen, 1900 - Joan Brull Vinyoles
- Landschaft von Santa Perpétua de Mogoda, 1918 - Joaquín Mir Trinxet
- Porträt eines Mädchens - Joan Brull Vinyoles
- Urlaubmachendes Mädchen, 1925 - Marià Pidelaserra Brias i Brias
- Totote, 1935 - Manolo Hugué
- Opfer des Festes, 1894 - Darío De Regoyos
Bedeutende Schenkungen und künstlerisches Vermächtnis
Das Fundament dieser Sammlung gründet auf der Großzügigkeit von Joan Abelló, der seine privaten Bestände im Jahr 1996 der Stadt vermachte. Dieser Akt übertrug mehr als 10.000 Kunstwerke an die Öffentlichkeit und stellte sicher, dass eine gewaltige Zusammenstellung katalanischer und internationaler Kunst für alle zugänglich bleibt. Das schiere Ausmaß dieses Geschenks ermöglicht einen kontinuierlichen Dialog zwischen dem 19. und dem 20. Jahrhundert und bewahrt eine ganz spezifische Ära des kreativen Ausdrucks durch die Augen eines leidenschaftlichen Sammlers.
Die enorme Bandbreite der gespendeten Werke umfasst ein bedeutendes Spektrum künstlerischer Bewegungen. Die Sammlung beherbergt Meisterwerke von Ramon Casas, Modest Cuixart, Salvador Dalí und Joan Miró. Darüber hinaus finden sich Werke von Pablo Picasso, Antoni Tàpies, Isidre Nonell, Darío de Regoyos, Joaquim Mir sowie von Sorolla. Diese künstlerischen Präsenzen erlauben eine unmittelbare Begegnung mit der Evolution der modernen Kunst – von den zarten Nuancen früherer Traditionen bis hin zu den transformativen Umbrüchen der Avantgarde. Unter diesen Schätzen findet man auch das 1894 entstandene Werk Víctimas de la fiesta von Darío de Regoyos, ein Stück, das nach wie vor ein wesentlicher Bestandteil der permanenten Ausstellung ist.
Jenseits der Werke anderer Künstler ist das Vermächtnis des Museums untrennbar mit dem Künstler selbst verbunden. Das eigene Schaffen von Joan Abelló ist fest in die Sammlung integriert und schafft einen Raum, in dem Schöpfer und Sammler eins werden. Diese Dualität stellt sicher, dass das Museum sowohl als Bewahrer der individuellen Vision eines einzelnen Mannes als auch als Zeuge der umfassenderen Geschichte der katalanischen Kunst fungiert.
