Die Geschichte und Ursprünge von De Wieger
De Wieger hat seine Wurzeln als privates Wohnhaus in Deurne, Niederlande. Dieser Ort diente einst als Heim und Arbeitsstätte für Hendrik Wiegersma, einem Mann, der als Arzt und Apotheker praktizierte und zugleich der Kunst als Maler gewidmet war. Als Wiegersma im Jahr 1917 in das Anwesen einzog, schuf er innerhalb derselben Mauern eine einzigartige Verbindung zwischen seiner medizinischen Berufung und seinem künstlerischen Schaffen.
Das heutige Gebäude wurde im Jahr 1922 errichtet. Es wurde gezielt so entworfen, dass es Wiegersmas dualem Berufsleben gerecht wurde, indem es gleichzeitig als privater Wohnraum, Arztpraxis und Apotheke fungierte. Das Haus wurde inmitten der lokalen Felder erbaut, und die umgebende Landschaft wurde maßgeblich durch die Bäume geprägt, die Wiegersma höchstpersönlich pflanzte.
Der Wandel von einem privaten Heim zu einer öffentlichen Institution vollzog sich in mehreren Etappen. Die Gemeinde erwarb das Anwesen im Jahr 1972. Seit 1976 dient der Ort als Museum, das die Geschichte von Wiegersma und der künstlerischen Gemeinschaft bewahrt, die sich einst um sein Wohnhaus versammelte.
Architektur und das historische Gebäude
An der Oude Liesselseweg 29 in Deurne gelegen, präsentiert sich das Gebäude als ein prachtvolles Neo-Renaissance-Anwesen, das vom Architekten Cor Roffelsen entworfen wurde. Das im Jahr 1922 errichtete Bauwerk schöpft seine architektonische Inspiration aus dem Haus De Romein, das Roffelsen bereits neun Jahre zuvor geschaffen hatte. Das Design ist dabei ein tiefgreifendes Zeugnis für die ganz persönlichen Bedürfnisse seines ursprünglichen Besitzers, Hendrik Wiegersma, der einen Raum suchte, der sein professionelles Wirken und sein privates Leben harmonisch miteinander vereinte.
Das Gebäude diente über Jahre hinweg als vielseitiger Lebensraum, in dem ein privates Heim, eine Arztpraxis und eine Apotheke unter einem Dach verschmolzen. Diese Symbiose aus häuslicher Geborgenheit und beruflicher Funktion prägt bis heute die charakteristische Raumaufteilung des Hauses. Die umgebende Landschaft, bestehend aus einem Garten und verwunschenen Pfaden, wurde von Wiegersma höchstpersönlich bepflanzt und schafft so eine poetische Verbindung zwischen der Architektur und der natürlichen Idylle der Landschaft von Nordbrabant.
Die Kunstsammlung und ihre prägenden Künstler
Das Fundament dieser Sammlung ruht auf dem bewegten Vermächtnis von Hendrik Wiegersma. Der Schwerpunkt der Bestände liegt vornehmlich auf der niederländischen Kunst, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ihre Blüte erlebte. Diese Ära wird durch die Werke bedeutender Persönlichkeiten lebendig, darunter Charley Toorop, Jan Sluijters und Leo Gestel. Weitere essenzielle Künstler, die die Identität der Sammlung prägen, sind Theo van Doesburg, Jan Mankes und Else Berg. Während der Kern der Sammlung tief in diesen frühen Jahrzehnten verwurzelt bleibt, öffnet die Institution ihren Horizont auch für die zeitgenössische Kunst in ihrem Programm.
Die Geschichte des Museums ist untrennbar mit den sozialen und beruflichen Netzwerken von Wiegersma verwoben. Seine weitreichenden Verbindungen führten dazu, dass sowohl internationale als auch regionale Künstler diesen Ort besuchten. So umfasst die Sammlung auch Werke von Ossip Zadkine, Valentine Prax, Constant Permeke und Piet Wiegman. All diese Künstler trugen maßgeblich zu der besonderen kulturellen Atmosphäre bei, die das Anwesen während seiner Zeit als privates Wohnhaus und Atelier ausmachte.
- Woman of Caravan, 1920 - Hendrik Chabot
- Still Life with Horse Skull, 1933 - Harry van Kruiningen
- Interior-Home Interior, 1946 - Otto B. de Kat
Meisterwerke und bemerkenswerte Kunstwerke
Die Sammlung präsentiert eine Reihe bedeutender Werke, die die persönliche Geschichte und die künstlerischen Interessen von Hendrik Wiegersma eindrucksvoll widerspiegeln. Zu diesen Glanzstücken gehört Annetje, ein aus dem Jahr 1917 stammendes Ölgemälde auf Leinwand. Weitere bemerkenswerte Exponate sind das 1925 geschaffene Ölgemälde auf Leinwand Berglandschap sowie das 1926 entstandene Ölgemälde auf Leinwand De motorrijder. Das Museum beherbergt zudem Flamencodanseres jaren ’20, ein Ölgemälde auf Leinwand aus den 1920er Jahren, neben dem 1926 entstandenen Ölgemälde auf Holztafel Man huis boom. Diese Werke bilden den unbestreitbaren Kern der ständigen Sammlung.
Die beeindruckende Vielfalt der künstlerischen Medien zeigt sich in Werken wie Gele bloemen in een vaas, einem Ölgemälde auf Holztafel aus dem Jahr 1929, und Dame in gele blouse, einem zwischen 1919 und 1929 geschaffenen Tempera-Werk auf Leinwand. Spätere Ergänzungen der Sammlung umfassen Medicus Pictor, ein Ölgemälde auf Leinwand aus dem Jahr 1957. Diese Kostbarkeiten werden in den ehemals privaten Wohn- und Atelierräumen aufbewahrt, was eine unmittelbare, fast greifbare Verbindung zu der Ära herstellt, in der dieses besondere Gebäude einst entstand.
