Ursprung und Geschichte der Stiftung
Die Fondation Dosne-Thiers ist eine geschichtliche Bibliothek, die im Herzen des 9. Arrondissements von Paris residiert. Sie ist in den prachtvollen Mauern des Hôtel Dosne-Thiers untergebracht, jenem Gebäude, das einst als privater Rückzugsort für Louis-Adolphe Thiers (1797–1877) diente. Die Institution hat sich der Erforschung und Bewahrung der französischen Geschichte verschrieben, wobei ihr besonderes Augenmerk auf der bewegten Ära zwischen 1789 und 1900 liegt.
Die Gründung dieser bedeutenden Institution geht auf die Initiative von Félicie Dosne zurück, der Schwester von Elise Dosne. Nach dem Ableben der Familie Thiers wurde das Anwesen mitsamt seinem kostbaren Bestand im Jahr 1905 dem Institut de France vermacht. Dieses Vermächtnis sicherte den Fortbestand des Ortes als ein Ort der Stille, der der tiefgreifenden historischen Forschung und dem Studium der Vergangenheit gewidmet ist.
Das Gebäude und seine Architektur
Die Fondation Dosne-Thiers ist im prächtigen Hôtel Dosne-Thiers untergebracht, das sich am 27, place Saint-Georges im 9. Arrondissement von Paris befindet. Das heutige Bauwerk wurde zwischen 1873 und 1875 vom Architekten Alfred-Philibert Aldrophe errichtet. Dieser Wiederaufbau folgte auf die Zerstörung des ursprünglichen Stadtpalais während der Pariser Kommune im Jahr 1871. Das Gebäude nimmt eine prominente Stellung im Viertel Nouvelle-Athènes ein.
Die Architektur spiegelt den Wandel des Standortes von einem privaten Wohnsitz hin zu einer spezialisierten Forschungseinrichtung wider. Das Herrenhaus wurde entworfen, um das frühere Heim von Louis-Adolphe Thiers zu ersetzen. Heute fungiert das Gebäude als Geschichtsbibliothek und Forschungszentrum. Es bewahrt den charakteristischen Charme eines Pariser hôtel particulier und bietet gleichzeitig den notwendigen Raum für seine umfangreichen Sammlungen an Büchern und Manuskripten.
Das Anwesen umfasst zudem einen privaten Garten. Diese Grünfläche ist Teil des Square Alex-Biscarre und steht der Öffentlichkeit offen. Der Garten bietet eine stille Kulisse hinter einem schmiedeeisernen Zaun am Fuße des Herrenhauses. Dieser Außenbereich bleibt ein markantes Merkmal der Gestaltung des Geländes.
Bedeutende Sammlungen und Forschungsressourcen
Die Stiftung fungiert als ein Forschungszentrum, das sich der Geschichte sowie den Politik- und Wirtschaftswissenschaften widmet. Ihr Kernstück bildet die Erforschung der französischen Geschichte im Zeitraum von 1789 bis 1900. Mit einer Bibliothek, die etwa 150.000 Bände umfasst, bietet sie ein fundiertes Fundament für spezialisierte akademische Studien. Ergänzt wird diese beeindruckende Sammlung durch ein beträchtliches Korpus an napoleonischen Memorabilia, die die Epoche lebendig werden lassen.
Über die gedruckten Werke hinaus bewahrt die Institution ein bedeutendes Archiv aus visuellen und schriftlichen Primärquellen. Das Bestände verzeichnet 30.000 Drucke und Karikaturen sowie 1.000 Zeichnungen. Zudem steht Forschenden der Zugang zu mehr als 3.000 Manuskripten offen. Diese wertvollen Materialien bilden die essenzielle Grundlage für die Untersuchung der sozialen, militärischen und administrativen Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts.
Bedeutende Erwerbungen und Schenkungen
Das reiche Erbe der Fondation Dosne-Thiers wurde maßgeblich durch bedeutende Akquisitionen und Vermächtnisse geprägt, die den Fokus unermüdlich auf die Geschichte Frankreichs richten. Ein Meilenstein war das Jahr 1912, als die Institution den H. Houssaye-Fonds erwarb, eine kostbare Sammlung von 4.000 Werken, die sich intensiv mit dem Ersten Kaiserreich und den Hundert Tagen auseinandersetzen. Im Jahr 1914 wurde die Sammlung durch den Fabry-Fonds erweitert, der 1.400 Bände umfasst und sich der Militärgeschichte nach dem Ersten Kaiserreich widmet. Ein weiterer Zuwachs vollzog sich 1917 mit dem Erwerb des Jules Claretie-Fonds, der die Bibliothek um 6.000 wertvolle Bände bereicherte.
Eine wahre Zäsur in der Geschichte der Bestände ereignete sich im Jahr 1923, als Frédéric Masson der Stiftung eine monumentale Sammlung vermachte. Dieses großzügige Vermächtnis umfasste 70.000 gedruckte Bände sowie 796 Kartons mit kostbaren Manuskripten. Diese Schätze verleihen der Bibliothek ihre tiefe Spezialisierung auf das 19. Jahrhundert und erlauben einen unvergleichlichen Einblick in die politische und soziale Geschichte Frankreichs.
