musée de la CohueVannes, Frankreich

Eckdaten

  • Featured artists:
    • Eugène Delacroix
    • Joseph-Félix Bouchor
    • Jean-Édouard Dargent
    • Jeanne Rongier
    • Léon Le Goaesbe de Bellée
  • Alternate names:
    • Musée des Beaux-Arts de Vannes
    • Musée des Beaux-Arts La Cohue de Vannes
    • Musée de la Cohue
  • Location: Vannes, Frankreich
  • Works on APS: 7

Ursprung und Geschichte des Museums

Die Geschichte des musée de la Cohue ist untrennbar mit der langen baulichen Entwicklung seines Standortes in Vannes, Frankreich, verwoben. Die ältesten Teile des Gebäudes lassen sich bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte durchlief der Ort tiefgreifende Veränderungen, wobei sowohl im 14. als auch im 17. Jahrhundert bedeutende Erweiterungen vorgenommen wurden. Diese vielschichtigen Konstruktionsphasen spiegeln den stetigen Wandel der Nutzung dieses Raumes über das gesamte Mittelalter bis hin zur Frühen Neuzeit wider.

Bevor das Gebäude zu einem Hort der Kunst wurde, durchlief es mehrere markante Funktionen. Einst diente es als Ort des Handels und der gerichtlichen Verfahren, bevor die Struktur bis in die 1950er Jahre hinein als Theater fungierte. Im Jahr 1813 wurde der Besitz an die Stadt übertragen. Als formelle Institution wurde das Museum schließlich 1982 ins Leben gerufen und vereinte jene Sammlungen, die den Ort durch all seine vielen Transformationen hindurch begleitet haben.

Das Gebäude und seine Architektur

Im Herzen von Vannes gelegen, nimmt das Museum einen geschichtsträchtigen Platz an der Place Saint Pierre - Rue des Halles ein, direkt gegenüber der Kathedrale Saint-Pierre. Das Bauwerk selbst besitzt ein tiefes historisches Gewicht, wobei seine ältesten Teile bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen. Im Laufe des 14. und 17. Jahrhunderts wurde es stetig erweitert und entwickelte sich von einer mittelalterlichen Halle zu einem Ort, der einst den herzoglichen Gerichtshof und das Parlement de Bretagne beherbergte. Diese vielschichtige Geschichte spiegelt sich in den Steinen des Gebäudes wider, das bereits seit 1929 als Monument Historique geschützt ist.

Die Architektur ist ein faszinierendes Zusammenfließen verschiedener Epochen. Während das Erdgeschoss ursprünglich als Marktplatz und Ladenlokal diente, waren die oberen Etagen bis zum Ende des 18. Jahrhunderts für administrative und juristische Zwecke vorgesehen. Heute trägt das Gebäude das prestigeträchtige Label eines Musée de France. Jüngste architektonische Entwicklungen haben versucht, das historische Gefüge mit zeitgenössischem Design zu verschmelzen – ein Projekt, das von Nieto Sobejano, Richard Faure und Adrien Gardere gestaltet wurde.

Die physische Präsenz des Museums wird maßgeblich durch die Nähe zum mittelalterlichen Charakter der Stadt geprägt, gelegen unweit der Stadtmauern und der Fachwerkhäuser der Altstadt. Die Innenräume haben eine eindrucksvolle Wandlung vollzogen: Von einem Theater hin zu ihrer heutigen Rolle als Ort der Kunst, wobei stets ein Dialog zwischen dem antiken Mauerwerk und den modernen Anforderungen einer öffentlichen Sammlung gewahrt bleibt.

Bedeutende Sammlungen und künstlerische Meisterwerke

Das Museum beherbergt eine vielschichtige Ansammlung von Objekten, wobei derzeit 6.512 Kunstwerke und Exponate inventarisiert sind. Darunter finden sich polychrome Holzskulpturen aus dem 14. und 16. Jahrhundert, die eine tiefe Spiritualität ausstrahlen. Neben diesen skulpturalen Formen umfasst die Sammlung Goldschmiedearbeiten des 18. Jahrhunderts, edle Möbelstücke und verschiedene Objekte der dekorativen Kunst. Diese Kostbarkeiten schaffen eine greifbare Verbindung zum materiellen Leben vergangener Jahrhunderte und lassen die Ästhetik vergangener Epochen lebendig werden.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Druckgrafiken, die für Liebhaber der grafischen Künste eine immense Faszination ausüben. Die Sammlung umfasst unter anderem eine Auswahl von 18 Drucken von Jean Urvoy sowie drei Radierungen von Goya. Eine noch umfangreichere Sammlung von Drucken aus dem 19. und 20. Jahrhundert erweitert die Breite des Bestandes erheblich. Diese Werke repräsentieren ein breites Spektrum technischer Ansätze und historischer Epochen und zeugen von der stetigen Weiterentwicklung der grafischen Kunst.

Meisterwerke der Sammlung

Die Präsenz von Christus am Kreuz, gemalt im Jahr 1835, definiert den tiefen Geist dieser Sammlung. Dieses Werk von Eugène Delacroix bleibt der zentrale Ankerpunkt der Bestände des Museums. Es besitzt eine spirituelle Schwere, die den umgebenden Raum förmlich vereinnahmt. In unmittelbarer Nähe dazu entfalten die Werke von Joseph-Félix Bouchor eine ganz eigene, andere Art von Intensität. Seine Gemälde, wie Markt in Concarneau, Bretonische Hochzeit und Die Watvögel, fangen flüchtige Momente regionalen Lebens und charaktervoller Szenen ein. Diese Stücke wirken wie stille Beobachtungen einer ganz besonderen Art des Seins.

Die Sammlung bewahrt zudem bedeutende Studien von Licht und Atmosphäre. Jean-Édouard Dargent’s Abend in Plounéventer und das Werk von Léon Le Goaesbe de Bellée aus dem Jahr 1879, Im Wald, der Frost, laden zu einem verweilenden, langsamen Blick ein. Man spürt förmlich die Stille des Frosts und das schwindende Licht des Abends. Ergänzt werden diese atmosphärischen Welten durch die formale Präzision des 1885 entstandenen Porträts von Jeanne Rongier, Porträtsitzung unter dem Direktorium, das einen strukturierten Gegenpol zu den stimmungsvollen Landschaften bildet.

Bedeutende Erwerbungen und Schenkungen

Die Bestände des Museums wurden maßgeblich durch die Großzügigkeit einzelner Künstler geprägt, wobei die Schenkung von Geneviève Asse eine herausragende Rolle einnimmt. Seit 2013 ist ein permanenter Raum ihrem Schaffen gewidmet, wodurch ihre künstlerische Präsenz als eine beständige Konstante innerhalb der Institution verankert wurde. Diese Sammlung ihrer Gemälde und Werke verleiht den modernen Beständen des Museums eine ganz besondere, in sich geschlossene Kontinuität.

Auch jüngste Erwerbungen haben die Tiefe der ständigen Sammlung erweitert. Im Jahr 2017 erwarb die Stadt Vannes eine unbenannte Skizze des Diebes aus dem Atelier von Eugène Delacroix. Dieses Werk bietet einen unmittelbaren und faszinierenden Einblick in den kreativen Arbeitsprozess des Künstlers. Über diese festen Ergänzungen hinaus verwaltet die Institution 348 registrierte Leihgaben, die maßgeblich zur beeindruckenden Vielfalt der ausgestellten Werke beitragen.

Aktuelle Projekte und Ausstellungen

Das musée de la Cohue befindet sich derzeit in einer Phase des bedeutenden Wandels, während es ein umfassendes Renovierungsprojekt durchläuft. Diese Ära des Umbruchs ist auch durch die Einbindung in Joconde geprägt, einen kollektiven Katalog, der die Schätze der Museen in ganz Frankreich vereint. Solche Bestrebungen sichern die Sichtbarkeit und den Erhalt der wertvollen Bestände innerhalb eines umfassenderen nationalen Rahmens.

Vom 7. Dezember 2024 bis zum 22. März 2025 lädt das Museum zu einer besonderen Ausstellung mit dem Titel Les dessous des musées de Vannes ein. Diese Präsentation gewährt einen faszinierenden Einblick in die internen Abläufe und die verborgenen Schichten der Institution. Sie eröffnet eine seltene Perspektive auf das Leben des Museums jenseits der öffentlichen Galerieräume und lässt die Besucher die unsichtbaren Fäden der Bewahrung erleben.

Die Zukunft der Institution ist durch weitreichende Entwicklungen geprägt, insbesondere durch die geplante Umsiedlung ihrer Bestände. Die Sammlungen des musée des Beaux-Arts sind dazu bestimmt, in das zukünftige Château de l'Hermine einzuwandern. Dieser Umzug markiert ein bedeutendes Kapitel in der Geschichte der künstlerischen Schätze der Stadt, während sie sich auf ihr neues, prachtvolles Zuhause vorbereiten.

Kunst-Quiz

Jede Frage hat nur eine richtige Antwort.

Frage 1:
In welcher französischen Stadt befindet sich das musée de la Cohue?
Frage 2:
Welches Werk eines Künstlers gilt als das emblematische Werk der Museumssammlung?
Frage 3:
Wofür wurde das Erdgeschoss des Gebäudes, in dem sich das Museum befindet, ursprünglich genutzt?
Frage 4:
Welche Künstlerin hat seit 2013 einen permanenten Raum im oberen Stockwerk des Museums, der ihrem Werk gewidmet ist?
Frage 5:
Wie hoch ist der Eintrittspreis für Erwachsene im Museum?

Werke der Sammlung

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