Das Nationale Gemeinschaftskunstmuseum MUŻA
Das MUŻA ist das Nationale Gemeinschaftskunstmuseum in Valletta, Malta. Als zentrale Institution für die Kunstgeschichte des Landes fungiert es als Teil von Heritage Malta, der nationalen Agentur für kulturelles Erbe. Das Museum wurde am 10. November 2018 nach einer Phase der Umstrukturierung und des Umzugs offiziell ins Leben gerufen. Bevor es seine heutige Bezeichnung erhielt, war die Institution als das National Museum of Fine Arts bekannt.
Der Name MUŻA ist ein Akronym für Mużew Nazzjonali tal-Arti. Im maltesischen Sprachgebrauch bedeutet das Wort zudem „Inspiration“. Diese doppelte Bedeutung spiegelt den tieferen Auftrag der Institution wider, die visuellen Erzählungen der Inseln zu bewahren. Die kuratorische Struktur des Museums folgt einem chronologischen Ansatz, der die künstlerische Entwicklung von der prähistorischen Zeit bis hin zum 21. Jahrhundert nachzeichnet.
Das historische Gebäude der Auberge d'Italie
Das Museum residiert in der prachtvollen Auberge d'Italie, einem Bauwerk aus dem späten 16. Jahrhundert, das die maltesische Hauptstadt Valletta ziert. Ursprünglich im Jahr 1571 errichtet, gehörte sie zu den imposanten Auberges, die eigens für die Ritter des Johanniterordens geschaffen wurden. Nach seiner Fertigstellung im Jahr 1629 diente das Gebäude als prestigeträchtiger Stützpunkt für die italienischen Ritter des Ordens von St. Johann. Die Architektur des Palastes ist ein steinernes Zeugnis der strategischen Bedeutung, die die Stadt in jener Ära innehatte.
Im Laufe der Jahrhunderte hat das Gebäude zahlreiche Wandlungen durchlaufen und spiegelt die bewegte Geschichte Maltas wider. Einst diente es als offizieller Wohnsitz des Oberbefehlshabers der Mittelmeerflotte. Diese geschichtsträchtige Vergangenheit ist tief in den Mauern und dem Grundriss des Palastes verwoben, der heute den physischen Rahmen für die nationale Kunstsammlung bildet. So schlägt dieser Ort eine Brücke zwischen der historischen Erzählung der Insel und ihrer zeitgenössischen Rolle als Bewahrungsort der Kunst.
Künstlerische Sammlungen und Erzählungen
Die Sammlung umfasst Werke maltesischer und ausländischer Künstler, die die bedeutendsten europäischen Kunststile widerspiegeln. Anstatt auf eine rein chronologische Anordnung zu setzen, entfaltet das Museum seine Schätze durch vier spezifische Erzählstränge: Mittelmeer, Europa, Imperium und der Künstler. Diese Struktur zeichnet die historische und künstlerische Entwicklung Maltas nach, die durch seine Position als kultureller Kreuzungspunkt geprägt ist. Die Anordnung folgt einer Abfolge von Stilen, welche die Evolution der Insel von der prähistorischen Zeit bis ins 21. Jahrhundert nachzeichnet.
Die Bestände erstrecken sich über mehrere Jahrhunderte und umfassen eine beeindruckende Vielfalt an Medien. Während Leinwand- und Tafelgemälde eine zentrale Rolle spielen, umfasst die Sammlung auch Skulpturen aus Holz, Bronze, Marmor, Gips, Elfenbein und Verbundmaterialien. Arbeiten auf Papier, wie Zeichnungen, Kupferstiche, Radierungen, Lithografien und Fotografien, stehen in einem spannenden Dialog zur zeitgenössischen Videokunst. Über die bildende Kunst hinaus bewahrt das Museum kirchliches und häusliches Silberschmiedewerk, Keramik, Majolika-Gefäße, Schmuck und Kunstobjekte auf. Eine seltene Sammlung antiker Landkarten ist ebenfalls Teil der permanenten Bestände.
- Johannes der Täufer, um 1608 - Caravaggio
- Auferstandener Christus, 1620 - Guido Reni
- Pan und Syrinx, 1743 - François Boucher
- Das Martyrium der Heiligen Katharina, 1700 - Mattia Preti
- Heiliger Johannes der Täufer im roten Tabard des Johanniterordens, 1671 - Mattia Preti
Meisterwerke der Nationalsammlung
Die ständige Ausstellung beherbergt die bedeutendste Sammlung von Gemälden des Künstlers Mattia Preti. Diese prachtvollen Werke stehen in einem faszinierenden Dialog mit bedeutenden Schätzen der Alten Meister und der Caravaggisten. Die Sammlung spannt einen weiten chronologischen Bogen, der mit Artefakten aus der neolithischen, punischen, römischen, arabischen und frühmittelalterlichen Ära beginnt. Diese enorme Bandbreite ermöglicht es dem Betrachter, unmittelbar nachzuvollziehen, wie sich der künstlerische Ausdruck durch die verschiedenen Epochen der mediterranen Geschichte gewandelt und entwickelt hat.
Die skulpturale Kunst zeigt sich in einer beeindruckenden Vielfalt an Materialien, von Holz und Bronze über Marmor und Gips bis hin zu Elfenbein und Verbundstoffen. Diese zeitlosen Objekte existieren in einer spannenden Koexistenz mit zeitgenössischen Entwicklungen, wie etwa der Videokunst aus den letzten Jahrzehnten. Die Sammlung selbst ist das Ergebnis eines über ein Jahrhundert andauernden Prozesses aus gezielten Ankäufen, großzügigen Schenkungen und Vermächtnissen.
