Ursprung und Geschichte der Künstlerkolonie
Die Gründung der Künstlerkolonie von Önningeby im Jahr 1886 durch Victor Westerholm markierte den Beginn einer außergewöhnlichen Ära. Im beschaulichen Dorf Önningeby etablierte sich die Kolonie als ein pulsierender, internationaler Treffpunkt, der Künstler aus Finnland und Schweden zusammenführte. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts weitete sich der Einfluss dieser Gemeinschaft noch weiter aus, als auch estnische Maler und Schriftsteller die Region besuchten, um Teil dieses inspirierenden, kreativen Milieus zu werden.
Das Önningeby Museum bewahrt dieses lebendige Erbe für die Nachwelt. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1992 und einer Erweiterung im Jahr 1999 fungiert es als spezialisiertes Museum auf den Åland-Inseln, das sich ganz dem Vermächtnis der Kolonie und den Schaffen der Künstler verschrieben hat, die einst hier zusammenkamen.
Das Museumsgebäude und seine Architektur
Das Museum liegt eingebettet in Önningeby, Jomala, inmitten der malerischen Åland-Inseln, etwa 6 km nordöstlich von Mariehamn. Die Institution hat in einem ehemaligen Steinbarn sowie auf dem Anwesen Jonesas ihren Sitz gefunden und bewahrt so den unverwechselbaren architektonischen Charakter der lokalen Landschaft. Das Herzstück des Ensembles bildet ein renoviertes Stallgebäude, dessen Ursprünge bis etwa 1869 zurückreichen.
Die Verwaltung der Anlage obliegt der Önningeby hembygdsförening. Durch die Nutzung dieser historischen landwirtschaftlichen Gebäude entsteht eine unmittelbare, fast spürbare Verbindung zu jener Umgebung, die einst als Zufluchtsort für die Künstlerkolonie diente. Diese physische Einbettung ist für die Identität des Museums von zentraler Bedeutung, da sie die tiefe Verbundenheit zwischen der bebauten Umwelt und der sie umgebenden Küstenlandschaft aufrechterhält.
Die Kunstsammlung und ihre Künstler
Das Museum beherbergt eine beeindruckende Sammlung von über 400 Werken, die wie ein visuelles Gedächtnis wirken. Diese Zusammenstellung bewahrt das kulturelle Erbe von Oeninkylä durch die künstlerischen Zeugnisse der Künstlerkolonie von Önningeby. Ein wesentlicher Schwerpunkt der Sammlung liegt auf dem Schaffen von Victor Westerholm sowie auf den Werken der verschiedenen Maler, die sich einst in diesem malerischen Dorf zusammenfanden. Die Arbeiten zeugen von einer tiefen Hingabe an die Freilichtmalerei und fangen das ganz besondere, flüchtige Licht des Åland-Archipels ein.
Die Sammlung zeichnet sich durch bedeutende Beiträge mehrerer prominenter Mitglieder der Kolonie aus. Dazu gehören Werke von Nina Ahlstedt, Elin Danielson-Gambogi, Ida Gisiko-Spärck, Hanna Rönnberg und Anna Wengberg. Darüber hinaus umfasst das Museum Gemälde von J.A.G. Acke. Gemeinsam dokumentierten diese Künstler die unberührten Landschaften und das soziale Gefüge der Gemeinschaft während der Blütezeit der Kolonie.
Zu den besonderen Kostbarkeiten des Bestands zählen unter anderem:
- Mutter und Kinder, um 1894 - Dora Wahlroos
- Motiv aus Italien, um 1900 - Dora Wahlroos
- Küstenlandschaft mit Kohlfeld, 1890 - Ida Gisiko-Spärck
Ausstellungen und besondere Programme
Die kulturelle Strahlkraft des Museums reicht weit über die Grenzen der Åland-Inseln hinaus. So fanden die kostbaren Sammlungen des Önningeby Museum im Jahr 2022 bereits in einer bedeutenden Ausstellung im Kunstmuseum Waldemarsudde in Stockholm weite Beachtung. Über die regulären Bestände hinaus widmet sich die Institution durch saisonale Programmierungen gezielt dem Schaffen einzelner Künstlerinnen und Künstler. Ein besonderes Highlight stellte dabei die Sonderausstellung im Sommer 2023 dar, die ganz im Zeichen der Werke von Ida Gisiko-Spärck, Anna Wengberg und Elin Alfhild Nordlund stand.
Getragen wird diese lebendige Bewahrung des künstlerischen Erbes maßgeblich durch die „Freunde des Önningeby Museum“, die als engagierter Förderverein die Institution unterstützen. Für Besucher bietet der Ort zudem eine behagliche Atmosphäre beim Aufenthalt im hauseigenen Café oder beim Stöbern in dem charmanten Second-Hand-Shop, der sich direkt in den Museumsräumlichkeiten befindet.
