Die Architektur der Hingabe
In Empoli, Italien, gelegen, beherbergt die St Andreas Bildergallerie das historische Palazzo della Propositura. Dieses ehemalige Pfarrhaus dient als Anbau der Collegiata di Sant'Andrea und bietet einen stillen Rückzugsort für die Bewahrung sakraler Kunst. Die Struktur des Gebäudes ordnet die Sammlung über verschiedene Ebenen hinweg, beginnend im Erdgeschoss, in dem sich das Baptisterium und die Sakristei befinden. Die Architektur ermöglicht dabei einen chronologischen Fortschritt, der von den grundlegenden religiösen Elementen des Erdgeschosses hin zur oberen Pinacoteca führt.
Die physische Gestaltung des Ortes spiegelt seine lange Geschichte als Bewahrer des spirituellen und künstlerischen Lebens der Stadt wider. Die Besucher bewegen sich von der schweren, steinernen Präsenz des Erdgeschosses hin zu den leichteren, dekorativeren Räumen der oberen Etagen. Die Loggia des Kreuzgangs bildet dabei eine Brücke zwischen den Innenräumen und präsentiert glasierte Terrakotta-Skulpturen, die das spezifische Kunsthandwerk der Region eindrucksvoll widerspiegeln.
Die gesammelten Werke
Die Sammlung umfasst etwa 90 Gemälde und Skulpturen, die über sechs Jahrhunderte Kunstgeschichte dokumentieren. Diese Werke wurden aus verschiedenen Kirchen und Klöstern der Region zusammengetragen, wodurch sichergestellt wurde, dass die lokale künstlerische Linie innerhalb dieser Mauern intakt bleibt. Die Auswahl umfasst bedeutende Beispiele der Renaissance und der Epochen, die ihr vorausgingen.
- San Girolamo, 1500 - Raffaello Botticini
- Tabernakel des Heiligen Sebastian, 1476 - Antonio Rossellino
- Madonna mit Kind und Heiligen, 1430 - Filippo Lippi
- Erzengel Michael, 1519 - Pontormo
Im Erdgeschoss wird die Präsenz von Masolino da Panicale durch den Vir dolorum spürbar, ein Werk aus der Zeit um 1424. Dieses Stück wurde ursprünglich für die Kirche des Heiligen Johannes des Täufers geschaffen. In unmittelbarer Nähe bleibt das Taufbecken, das Bernardo Rossellino zugeschrieben wird und auf das Jahr 1447 datiert ist, ein zentrales Merkmal der unteren Ebene. Der Raum beherbergt zudem Skulpturen von Mino da Fiesole und Giovanni Pisano sowie eine Madonna mit Kind aus der Zeit um 1270 von Giovanni Pisano.
Die Renaissance-Räume
Das Obergeschoss beherbergt die Pinacoteca, in der die Gemälde in einer chronologischen Sequenz angeordnet sind. Der Raum der Renaissance wird durch die Anwesenheit einer Madonna in trono von Filippo Lippi und zwei Triptychons von Lorenzo Monaco geprägt. Diese Werke repräsentieren den Wandel der stilistischen Vorlieben während dieser Epoche. Die letzten Räume der Galerie sind den Werken der Familie Botticini gewidmet, deren Werkstatt im 15. und 16. Jahrhundert äußerst aktiv war. Ihre Präsenz im Museum wird durch monumentale Tabernakel markiert, die ihren Ursprung in der Collegiata haben.
