Die historischen Räumlichkeiten des Stiftskapitels
Das Stiftsmuseum Xanten nimmt die geschichtsträchtigen Räume des ehemaligen Stiftskapitels ein, die sich in unmittelbarer Nähe des Xantener Doms befinden. Die Architektur des Gebäudes spiegelt seine tiefe, langjährige Verbundenheit mit dem Kloster und dem religiösen Leben der Region wider. Seit seiner Eröffnung im Jahr 2010 dient das Museum als Bewahrungsort für die Sammlungen des Stiftsarchivs und des Domschatzes. Die Gestaltung des Raumes zielt darauf ab, die Integrität der ursprünglichen Zimmer zu bewahren und gleichzeitig eine würdevolle Bühne für Kunstwerke zu schaffen, die vom 5. bis zum 19. Jahrhundert reichen.
Die Sammlung besticht durch ihre enorme Vielfalt an materieller Kultur. Sie umfasst liturgische Gefäße, Altarverzierungen und Reliquiare, die einst im Dienst des Doms standen. Darüber hinaus beherbergt das Museum bedeutende Beispiele der Textilkunst und der Bildhauerei. Diese kostbaren Objekte sind in einem Gebäude untergebracht, das umfassenden Konservierungsmaßnahmen unterzogen wurde, um ihre langfristige Stabilität zu gewährleisten.
Materialität und die Stiftsbibliothek
Das Repertoire des Museums reicht weit über rein liturgische Objekte hinaus und dringt in die Welten der Gelehrsamkeit und des handwerklichen Könnens vor. Die Sammlung umfasst spezifische Exponate, welche die technischen Fertigkeiten vergangener Jahrhunderte eindrucksvoll illustrieren:
- Goldschmiedekunst und Metallarbeiten
- Mittelalterliche Manuskripte und Inkunabeln
- Drucke und grafische Werke
- Ein antikes Bodenmosaik
- Urkunden und Bauabrechnungen des Doms
Ein wesentlicher Teil des intellektuellen Erbes des Museums findet sich in der Stiftsbibliothek wieder. Diese Sammlung umfasst etwa 13.000 Bände, darunter fast 450 Inkunabeln. Viele dieser Bücher stammen aus den Bibliotheken verschiedener Klöster, wie etwa denen der Kartäuser, Kapuziner, Jesuiten und des Birgittenklosters Marienbaum. Die Bestände der Bibliothek stammen vorwiegend aus dem 16. bis zum 18. Jahrhundert und wurden durch eine im Jahr 2005 abgeschlossene Konservierungsmaßnahme dauerhaft gesichert.
Die Kontinuität von Kunst und Andacht
Das Museum fungiert als ein Ort, an dem die Geschichte des Doms durch seine Artefakte physisch greifbar wird. Die Präsenz des Domschatzes unmittelbar neben der ständigen Sammlung des Museums schafft eine direkte Verbindung zwischen den Objekten und ihren ursprünglichen religiösen Funktionen. Diese Nähe ermöglicht es, zu untersuchen, wie Kunst im Kontext der katholischen Propsteigemeinde St. Viktor eingesetzt wurde. Die ausgestellten Stücke, die bis ins 5. Jahrhundert zurückreichen, bilden ein lebendiges Zeugnis der materiellen Geschichte von Xanten.
