PegasusJacob Jordaens · 1660
Öl auf Leinwand
Wandkunst
Flämischer Barock
1660
– Frühe Neuzeit
259.0 x 270.0cm
Königliches Museum für Schöne Künste Antwerpen
Identifikation des mythologischen Werks
Die Leinwand mit dem Titel Pegasus präsentiert das geflügelte Pferd der griechischen Mythologie. Jacob Jordaens hielt dieses Geschöpf in Öl zwischen 1663 und 1665 fest. Das Pferd steigt durch eine dichte, bewaldete Landschaft empor, während seine dunkelspitzigen Flügel die Luft zerschneiden. Es ist ein Wesen, das aus Blut und Göttlichkeit geboren wurde, eingefangen in einem Moment plötzlichen, muskulösen Aufstiegs.
Jacob Jordaens interpretiert den Mythos durch das Prisma physischer Schwere. Das Pferd ist kein bloßer Geist der Lüfte, sondern ein substanzielles, atmendes Wesen. Es bewegt sich inmitten einer Gruppe von Figuren und Cherubinen, wobei sein weißer Körper wie ein heller Lichtpunkt in den tiefen Schatten des Waldes wirkt. Die Szene birgt die Spannung einer abrupten Bewegung, eines plötzlichen Abhebens von der Erde hin zu den Wolken.
Dieses Werk ist dem flämischen Barock zuzuordnen. Es konzentriert sich auf die Schnittstelle zwischen dem Göttlichen und dem Greifbaren. Die Hufe des Pferdes und die weiche Haut der umgebenden Säuglinge existieren im selben schweren, lichtdurchfluteten Raum. Ein einziger, kraftvoller Flügelschlag.
Komposition und visuelle Elemente
Die Komposition konzentriert sich auf die kraftvolle, sich aufbäumende Gestalt des Pegasus. Seine großen, dunkel gespitzten Flügel spannen sich weit über das obere Drittel der Leinwand und scheinen die Atmosphäre förmlich zu durchschneiden. Eine Lichtquelle geht von der Mitte links aus, trifft den Brustkorb des Pferdes und taucht den umgebenden Wald in tiefe Schatten. Dieser Einsatz des Chiaroscuro meißelt eine enorme Tiefe in die bewaldete Landschaft und zieht den Blick des Betrachters durch die vielschichtigen Ebenen von Laub und Licht.
Die Farbpalette ist tief in der Erde verwurzelt. Tiefe Brauntöne und Waldgrün dominieren den Hintergrund und bilden eine schwere, dunkle Bühne für das leuchtende Weiß und Creme des Pferdekörpers. Die Textur ist zutiefst malerisch; sichtbare Pinselstriche definieren sowohl die Weichheit der Wolken als auch die Muskulatur der equinen Form. Jeder einzelne Strich fängt das Gewicht des Tieres und die Bewegung der Luft, die es umgibt, meisterhaft ein.
Materialien und technische Details
Der Künstler trug Öl auf eine großformatige Leinwand auf, deren Oberfläche eine Höhe von 258,6 cm und eine Breite von 270,3 cm aufweist. Diese expansive Skalierung erlaubt es der Muskulatur der equinen Form, das Sichtfeld des Betrachters vollkommen zu dominieren. Der flämische Barock zeigt sich deutlich in der schweren, physischen Präsenz der Figuren und dem energetischen Auftrag der Pigmente.
Licht und Schatten wirken innerhalb der Komposition wie Bildhauer. Das Chiaroscuro schafft tiefe, dunkle Rückzüge in der bewaldeten Landschaft und drängt das leuchtende Weiß des Pferdekörpers kraftvoll in den Vordergrund. Die Farbe wurde in Schichten aufgetragen, um die Weichheit der Wolken und die Spannung in den Gliedmaßen der umgebenden Figuren einzufangen. Jeder Pinselstrich folgt der Dynamik der Szene, von der weit geschwungenen Kurve eines Flügels bis hin zum sich windenden Torso eines Putto.
Die Textur des Werkes offenbart die Handschrift des Malers. Sichtbare Pinselführung definiert die Anatomie des Pferdes sowie die zarte Haut der Inkarnate. Dieser taktile Ansatz verankert das mythologische Sujet in einer greifbaren, fleischlichen Realität. Das Zusammenspiel von Licht und Schatten verleiht selbst der Luft eine spürbare Schwere.
Wo man dieses Meisterwerk heute bewundern kann
Das geflügelte Pferd ruht in den Hallen des Koninklijk Museum voor Schone Kunsten Antwerpen. Diese renommierte Institution befindet sich in Antwerpen, Belgien, und gilt als eine der prestigeträchtigsten Kulturstätten des Landes. Besucher können dieses beeindruckende Werk unter der Inventarnummer 218 bestaunen.
Das Museum bietet einen Ort der Stille, der ideal für die Betrachtung dieses Ölgemäldes auf Leinwand ist. In einem schweren Rahmen wird das Pferd vor einer dunklen, bewaldeten Kulisse präsentiert. In den Sälen des KMSKA spielt das Licht auf der Leinwand und lässt das Werk in der stillen Atmosphäre der Galerie lebendig werden.
Jacob Jordaens (1593 – 1678)
Flämischer Barockmaler ausgelassener Wirtshausszenen und robuster Realismus, bekannt für ausdrucksstarke Pinselführung und lebhafte Bankette.
Königliches Museum für Schöne Künste Antwerpen (Antwerpen, Belgien)
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Über dieses Kunstwerk
- Titel: Pegasus
- Künstler: Jacob Jordaens
- Jahr: 1660
- Originalmaße: 259.0 x 270.0cm
- Format: Quadratisch
- Urheberrechtlicher Status: Gemeinfreiheit
- Ausstellung/Standort: Königliches Museum für Schöne Künste Antwerpen
- Medium: Wandkunst
- Schöpferische Phase: Spätphase
- Inventarnummer: 218
Eckdaten
- Artistic style: Flämischer Barock
- Movement: Flämischer Barock
- Year: 1660
- Artist: Jacob Jordaens I
- Dimensions: 258.6 x 270.3cm
Fragen und Antworten
Welche Stellung nimmt „Pegasus“ unter den wiederkehrenden Motiven von Jacob Jordaens ein?
Unter den dokumentierten Themen von Jacob Jordaens – adam van noort, flämischer barock, mythologische themen, klassische mythologie, göttliche inspiration – setzt „Pegasus“ einen ganz eigenen Fokus auf pferd, flügel, cherubim, figuren, wald, bäume, wolken, landschaft.
Welche Technik und welcher Stil charakterisieren "Pegasus" von Jacob Jordaens?
In "Pegasus" trifft die Öl auf Leinwand-Technik auf die Flämischer Barock-Strömung.
Wer hat "Pegasus" geschaffen?
Der Künstler hinter „Pegasus“ ist Jacob Jordaens. Das Werk ist unter dem Namen von Jacob Jordaens katalogisiert.