NotarJean Michel Basquiat · 1983
Acryl auf Leinwand
Wandkunst
Neo-Expressionismus
1983
– Zeitgenössische Kunst
180.0 x 401.0 cm
Ein Zusammenstoß von Knochen und Tinte
Die Leinwand präsentiert sich als eine weite, zerklüftete Landschaft aus drei miteinander verbundenen Paneelen. Sie birgt eine frenetische, vielschichtige Energie, in der die Anatomie auf die Straße trifft. Ein Totenkopf und ein Skelett treten aus dem Chaos hervor, deren weiße Formen sich durch den hastigen Auftrag von Acryl und Kreide schneiden. Es entsteht der Eindruck eines Körpers, der durch den Akt des Zeichnens demontiert und gleichzeitig neu rekonstruiert wird. Worte sind wie Trümmer über die Oberfläche verstreut, einige herausgekratzt, andere teilweise unter weißen Farbtropfen ausgelöscht. Es ist ein visuelles Protokoll eines Geistes, der in Echtzeit arbeitet – ein Prozess, bei dem der Akt des Schreibens ebenso sehr ein physischer Kampf wie eine Methode der Kommunikation ist.
Die Sprache der Oberfläche entfaltet sich durch eine Serie bewusster Unterbrechungen und Wiederholungen. Die Oberfläche ist keine glatte Ebene, sondern ein Ort der Ausgrabung, an dem Schichten aus Farbe und Text aufgebaut und wieder abgetragen werden. Den visuellen Rhythmus des Werkes prägen dabei wesentliche Elemente:
- Die Präsenz anatomischer Bildsprache, insbesondere Zähne und Schädel, die an medizinische Diagramme erinnern.
- Die Verwendung durchgestrichener Wörter wie „Pluto“ und „flesh“, die die Aufmerksamkeit des Betrachters gerade durch ihre Auslöschung erzwingen.
- Eine chaotische Schichtung von Symbolen, die die Lücke zwischen urbanem Graffiti und formaler Malerei überbrücken.
- Die strukturelle Sichtbarkeit der drei zusammengefügten Leinwände, die das physische Skelett des Werkes selbst offenlegen.
Mythos und Erinnerung
Unter den rastlosen neo-expressionistischen Gesten verbirgt sich ein stiller Dialog zwischen dem Antiken und dem Modernen. Verweise auf die griechische Mythologie, speziell die Gestalt des Pluto, des Gottes der Unterwelt, stehen neben dem rauen Vokabular der amerikanischen Street-Culture des 20. Jahrhunderts. Diese Gegenüberstellung erzeugt eine Spannung zwischen dem Spirituellen und dem Viszeralen. Das Gemälde ringt mit der Last der Schuld und der Beständigkeit der Spur; es nutzt das Konzept eines Notars, um eine Welt aus sich wandelnden Identitäten und skelettalen Wahrheiten einzurahmen. Die Tinte trocknet, doch das Kratzen bleibt zurück.
Jean Michel Basquiat (1960 – 1988)
Amerikanischer Neoexpressionist, bekannt für frenetische Leinwände mit Kronen, Totenköpfen und anatomischen Diagrammen aus Graffiti und Kritik.
Über dieses Kunstwerk
- Titel: Notar
- Künstler: Jean Michel Basquiat
- Jahr: 1983
- Originalmaße: 180.0 x 401.0 cm
- Format: Panoramaformat
- Urheberrechtlicher Status: Urheberrechtlich geschützt
- Bewegung: Neo-Expressionismus
- Kontext des Werks: street-graffiti, schwarze identität
- Farbpalette: Erdig
- Hauptfarbe: Spachtelgrau
Eckdaten
- Medium: Acryl, Wachsmalstift, Leinwand
- Title: Notar
- Artistic style: Neo-Expressionismus
- Subject or theme: Anatomie, Totenköpfe, Griechische Mythologie, Graffiti
- Influences:
- Griechische Mythologie
- Afrikanische Stammeskulturen
- Amerikanisches Street-Graffiti
Fragen und Antworten
Welches Gefühl wird mit "Notar" assoziiert?
Die für "Notar" von Jean Michel Basquiat festgelegte emotionale Stimmung ist Dramatisch. Sie fasst das Gefühl zusammen, das das Werk ausdrückt.
Welche Grundfarbe prägt "Notar" von Jean Michel Basquiat?
"Notar" weist einen Ocker bis Sepia Farbton auf.
Welches Format und welche Größe hat "Notar"?
Das Format von „Notar“ ist Panoramaformat und das Original hat die Maße 180 x 401 cm. Beides ist bei der Planung einer Reproduktion hilfreich.