Zeiten des Tages: Morgens

  • MalmediumGravur
  • MaterialartWandkunst
  • Kunstrichtung18th-Century British Satire
  • KunstperiodeFrühmittelalter

William Hogarth (1697 – 1764)

William Hogarth (1697-1764) war ein bahnbrechender englischer Künstler, der für seine satirischen 'moderne moralische Themen' wie *A Harlot's Progress* & *Marriage A-la-Mode* bekannt ist. Entdecken Sie seine Radierungen und Gemälde – eine scharfe Kritik an der Gesellschaft des 18. Jahrhunderts. Erfahren Sie mehr.

Die Geburt eines neuen Sehens: William Hogarths "Morning"

William Hogarth, ein Name, der untrennbar mit dem Bild des 18. Jahrhunderts in England verbunden ist, schuf mehr als nur Gemälde; er entwarf eine ganze Welt. Seine Serie “Times of the Day”, insbesondere das Werk “Morning” (oder “Morgen”), bietet einen faszinierenden Einblick in die soziale und moralische Landschaft Londons – eine Stadt, die sich gerade in einem rasanten Wandel befand. Dieses Druckgrafikwerk, entstanden zwischen 1736 und 1738, ist weit mehr als nur eine Darstellung einer Morgenstimmung; es ist ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Normen, der Klassengesellschaft und des menschlichen Verhaltens jener Zeit.

Die Komposition von “Morning” fesselt sofort den Blick. Im Vordergrund steht eine junge Frau, die ein Kind in ihren Armen hält – ein Bild von Mutterliebe und Verantwortung. Um sie herum wimmelt es von Figuren: Händler, Handwerker, Bettler, Soldaten – ein Kaleidoskop des Londoner Lebens, das sich in all seinen Facetten offenbart. Die Architektur der Stadt, mit ihren engen Gassen und den prächtigen Gebäuden, bildet einen beeindruckenden Hintergrund. Doch was diesen Druck besonders hervorsticht, ist die subtile, fast schon ironische Darstellung der Morgenroutine: Die Frauen, die ihre Kinder auf den Weg zur Kirche bringen, die Männer, die ihre Geschäfte beginnen, die Soldaten, die ihre Pflichten erfüllen – alles in einer scheinbar unaufdringlichen Szene.

Die Technik des Engravers: Eine Meisterleistung der Detaildarstellung

Hogarths “Times of the Day” wurde nicht als Gemälde geschaffen, sondern als eine Reihe von Kupferstichen. Diese Technik erforderte höchste Präzision und Meisterschaft – ein Beweis für Hogarths Talent als Künstler und sein Verständnis für die Möglichkeiten des Druckverfahrens. Die feinen Linien, die den Figuren, den Gebäuden und den Objekten in das Papier gezeichnet werden, sind atemberaubend detailliert. Durch den Einsatz von Kreuzschattierung erzeugt Hogarth eine beeindruckende Illusion von Tiefe und Volumen. Die Variation der Linienstärke verleiht dem Bild Textur und Lebendigkeit – man kann fast die rauen Steine der Mauern spüren oder das flauschige Fell des Kindes fühlen.

Die Herstellung eines Kupferstichs war ein langwieriger Prozess, bei dem der Künstler zunächst eine detaillierte Zeichnung anfertigte. Diese wurde dann auf einen mit Graphit überzogenen Kupferplatten übertragen und anschließend mit Säure bearbeitet, um die gewünschten Linien zu erzeugen. Anschließend wurde die Platte mit Tinte getränkt und auf Papier gedruckt – ein Prozess, der oft mehrere Drucke pro Platten erforderte, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

Symbolik und moralische Botschaft: Ein Blick hinter die Oberfläche

Wie bei vielen von Hogarths Werken ist auch “Morning” reich an Symbolik. Die junge Frau mit dem Kind steht für die Familie, für die Fortsetzung der Linie und für die Verantwortung, die mit der Erziehung einhergeht. Die anderen Figuren repräsentieren verschiedene soziale Schichten und Berufsgruppen – eine Darstellung des gesellschaftlichen Gefüges Londons. Doch Hogarths Kunst ist nicht nur eine bloße Beschreibung der Realität; er stellt auch moralische Fragen. Durch die humorvolle und oft satirische Darstellung der Morgenroutine kritisiert er die Oberflächlichkeit, den Materialismus und die soziale Ungleichheit seiner Zeit.

Es ist wichtig zu beachten, dass Hogarths Serie keine lineare Geschichte erzählt. Stattdessen präsentiert sie eine Reihe von Momentaufnahmen aus dem Londoner Leben – ein Spiegelbild der Stadt in verschiedenen Tageszeiten. Die fehlende moralische Bewertung, die oft in seinen anderen Serien wie “A Harlot’s Progress” oder “A Rake’s Progress” zu finden ist, deutet darauf hin, dass Hogarth sich mehr auf die Beobachtung und das Dokumentieren des gesellschaftlichen Lebens konzentrierte als auf die Verurteilung seiner Figuren.

Ein zeitloser Blick auf das Londoner Leben

“Morning” von William Hogarth ist ein Meisterwerk der englischen Kunstgeschichte. Es ist nicht nur eine beeindruckende Darstellung einer Morgenstimmung in London, sondern auch ein Fenster in die Seele einer Stadt und ihrer Bewohner. Die feinen Linien, die detaillierte Gestaltung und die subtile Symbolik machen dieses Werk zu einem faszinierenden Blick auf das 18. Jahrhundert – ein Kunstwerk, das bis heute nichts von seiner Faszination verloren hat.


Über dieses Kunstwerk

  • Titel: Zeiten des Tages: Morgens
  • Künstler: William Hogarth
  • Format: Hochformat
  • Urheberrechtlicher Status: Gemeinfreiheit
  • Bewegung: 18th-Century British Satire
  • Schöpferische Phase: Mature Period
  • Hauptfarbe: Grau
  • Verwendungszweck: Reflektierend
  • Schlagworte: satire, zeit des tages, 18 jahrhundert
  • Farbintensität: Monochrom

Eckdaten

  • Movement: Rokoko
  • Artist: William Hogarth
  • Title: Times of the Day: Morning
  • Subject or theme: Städtisches Leben
  • Influences:
    • Horaz
    • Juvenal
  • Location: Verschiedene Sammlungen
  • Dimensions: 74 x 61 cm

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