AngermuseumErfurt, Deutschland

Eckdaten

  • Featured artists:
    • Caspar David Friedrich
    • Lucas Cranach the Elder
    • Hans Baldung Grien
    • Jakob Samuel Beck
    • Louis Gurlitt
  • Art types: wandkunst
  • Movements: deutsche romantik
  • Mediums: ölfarbe
  • Mehr Details anzeigen
  • Works on APS: 7
  • Location: Erfurt, Deutschland
  • Alternate names:
    • Angermuseum Erfurt
    • Kurmainzische Pack- und Waagehof
  • Historical periods: – 19. jahrhundert

Die Geschichte und Ursprünge des Angermuseums

Die Wurzeln des Angermuseums sind tief in der funktionalen Geschichte Erfurts verankert. Bevor dieser Ort zu einem Refugium für die Kunst wurde, diente das Areal als Kurmainzischer Pack- und Waagehof. Das Gebäude fungierte einst als die öffentliche Waage der Stadt – ein geschäftiger Ort, an dem reisende Kaufleute ihre Waren zur Bestimmung der Zollgebühren abwiegen ließen. Der Wandel von einem Ort des Kommerzes hin zu einem Zentrum der Kultur begann erst im späten neunzehnten Jahrhundert.

Am 27. Juni 1886 öffnete das Angermuseum seine Pforten für die Öffentlichkeit und nahm die besondere Rolle des ersten städtischen Museums der Stadt ein. Diese Gründung markierte einen tiefgreifenden Wandel in der Art und Weise, wie die Stadt ihre visuelle Geschichte bewahrte: Weg von den praktischen Notwendigkeiten des Handels, hin zur Bewahrung ästhetischer Objekte. Aus der Struktur der ehemaligen Waage entstand ein Ort der Kontemplation, der einen Raum, der einst durch den stetigen Fluss von Handelsgütern definiert war, in einen Ort für stille Betrachtung verwandelte.

Die barocke Architektur des Gebäudes

Das Gebäude, das die Sammlung beherbergt, ist ein barocker Stadtpalast, ein bedeutendes profanes Bauwerk aus dem frühen achtzehnten Jahrhundert. Zwischen 1705 und 1711 errichtet, war das Anwesen ursprünglich als Kurmainzischer Pack- und Waagehof bekannt. Es diente als Erfurts öffentliche Waage – ein Ort, an dem reisende Kaufleute ihre Waren zur Bestimmung der städtischen Zollgebühren abwiegen ließen. Diese Geschichte des Handels ist tief in dem eigentlichen Zweck eingegraben, für den das Gebäude einst errichtet wurde.

Mit seiner Ausrichtung zum Anger hin nimmt das Gebäude einen prominenten Platz im Stadtgefüge von Erfurt, Deutschland, ein. Die Architektur spiegelt die formelle Eleganz der Barockzeit in Mitteldeutschland wider. Seine Präsenz in der Stadt ist von einem Gefühl der Beständigkeit geprägt, da es den Wandel von einem Ort der kommunalen Verwaltung und des Handels hin zu einem Hort der Kunst vollzogen hat. Die Dimensionen des Gebäudes zeugen von seiner einstigen Bedeutung für die lokale Wirtschaft und das bürgerliche Leben der Stadt.

Die physische Erscheinung des Museums wird maßgeblich durch seine historische Nutzung als Waagehaus definiert. Die Architektur bleibt ein integraler Bestandteil der weltlichen Geschichte der Stadt, bewahrt durch ihre Anpassung an eine öffentliche Institution. Der Übergang von einem Ort der Messung und Besteuerung hin zu einem Raum für die visuelle Kontemplation spiegelt sich in der Bewahrung seiner ursprünglichen barocken Form wider.

Hauptsammlungen und Museumsabteilungen

Die Bestände des Museums erstrecken sich über mehrere Jahrhunderte und beginnen mit einer mittelalterlichen Sammlung, die das Fundament für die nachfolgenden Galerien bildet. Eine eigens gewidmete Gemäldegalerie präsentiert Werke, die vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart reichen. Diese chronologische Entwicklung wird durch Räume ergänzt, die Kunsthandwerk und historische Objekte enthalten, die ab dem 16. Jahrhundert datiert werden können. Diese Räume ermöglichen eine unmittelbare Begegnung mit der materiellen Kultur und den ästhetischen Wandlungen der frühen Neuzeit.

Spezifische architektonische Räumlichkeiten innerhalb des Gebäudes beherbergen ganz unterschiedliche Sammlungen. Der Fayencensaal, das Musikzimmer und die Münzsammlung bieten konzentrierte Umgebungen für die Betrachtung spezialisierter Objekte. Für jene, die sich für die Entwicklung der Druckgrafik und der Zeichnung interessieren, hält die Grafiksammlung ein bedeutendes Werk an. Zudem veranstaltet das Museum Sonderausstellungen, die einen temporären Fokus auf spezifische Themen oder Künstler legen.

Ein besonderer Ort von großem Interesse ist der Heckel-Raum, der Wandmalereien enthält, die in den Jahren 1922/23 geschaffen wurden. Diese Werke existieren als integrale Bestandteile des Interieurs des Raumes und nicht als isolierte Objekte. Die Präsenz solch großformatiger Arbeiten verändert die gesamte Atmosphäre des Raumes und verankert den Betrachter in der spezifischen Bildsprache des frühen zwanzigsten Jahrhunderts.

Bedeutende Schenkungen und künstlerische Vermächtnisse

Das Fundament der Museumssammlung lässt sich bis in das Jahr 1883 zurückverfolgen, als eine entscheidende Schenkung die Stadt Erfurt nachhaltig prägte. Friedrich Paul Nerly überreichte der Stadt das umfangreiche künstlerische Erbe seines Vaters, Friedrich von Nerly. Dieser bedeutende Transfer von Kunstwerken gab den entscheidenden Anstoß für die Gründung der Institution. Mit dieser großzügigen Spende gelangten mehr als 700 Werke in die lokale Obhut, von denen viele während der Italienreisen des Künstlers entstanden waren.

Diese italienischen Arbeiten eröffnen eine ganz eigene, faszinierende Perspektive auf das Licht und die weiten Landschaften jener Region. Durch die Präsenz eines derart gewaltigen Korpus an Werken konnte das Museum seine frühe Identität maßgeblich über die Landschaftsmalerei und die Porträtkunst formen. Das Vermächtnis der Familie Nerly ist untrennbar mit der Existenz der Institution verwoben, da das Museum aus diesem ersten, monumentalen Angebot privater Kunst für die Öffentlichkeit hervorging.

In der Tiefe dieser kunsthistorischen Kontinuität finden sich Meisterwerke, die die Entwicklung der Malerei widerspiegeln:

Moderne Kunst und die Sammlungen des Expressionismus

Das Museum nimmt eine bedeutende Stellung in der Geschichte des deutschen Expressionismus ein. Dieser Ruf wurde maßgeblich durch den Erwerb von Werken bedeutender Meister wie Lyonel Feininger, Emil Nolde, Ernst Barlach, Gerhard Marcks und Max Pechstein gefestigt. Diese Kunstwerke sind Zeugnisse einer Ära intensiver stilistischer Umbrüche, die das frühe zwanzigste Jahrhundert maßgeblich geprägt haben. Die Bedeutung dieser Sammlung wurde in den 1920er Jahren zementiert, wodurch sie sich als einer der bedeutendsten Bestände expressionistischer Kunst in der gesamten Region etablierte.

Doch die Kontinuität dieser kostbaren Sammlung erlitt während der Zeit des Nationalsozialismus eine schmerzhafte Zäsur. Im Zuge der systematischen Kampagne gegen die moderne Kunst wurden zahlreiche Werke entfernt oder zerstört, was eine sichtbare Lücke in den Beständen des Museums hinterließ. Heute verfolgt die Institution das entschlossene Ziel, die Sammlung der modernen Kunst wiederherzustellen und die Präsenz jener Werke zurückzugewinnen, die einst die Hallen dieses Hauses schmückten.

Kunst-Quiz

Jede Frage hat nur eine richtige Antwort.

Frage 1:
In welcher Stadt befindet sich das Angermuseum?
Frage 2:
Was war der ursprüngliche Zweck des Gebäudes, in dem das Angermuseum untergebracht ist?
Frage 3:
Welche Sammlung eines Künstlers wurde 1883 der Stadt Erfurt gespendet, was zur Gründung des Museums führte?
Frage 4:
In welchem Jahr wurde das Angermuseum als städtisches Museum gegründet?
Frage 5:
Welcher Künstler wird mit dem „Heckel-Raum“ in Verbindung gebracht, der Wandmalereien im Museum enthält?

Werke der Sammlung

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