Die Geschichte von Canons Ashby House
Canons Ashby House ist ein als Grade I gelistetes Herrenhaus aus der elisabethanischen Ära, dessen Ursprünge sich auf das Jahr 1550 zurückverfolgen lassen. Über vier Jahrhunderte hinweg blieb das Anwesen der Stammsitz der Familie Dryden, die das Grundstück von seiner Errichtung im 16. Jahrhundert über viele Generationen hinweg bewohnte. Die Geschichte dieses Hauses ist untrennbar mit der Geschichte der umliegenden Region verwoben, wobei es über einen Großteil seiner Existenz eine beständige Präsenz an diesem geschichtsträchtigen Ort bewahrte.
Die Erhaltung des Anwesens erreichte im Jahr 1981 einen entscheidenden Wendepunkt, als der National Trust das Eigentum an dem Anwesen übernahm. Zu diesem Zeitpunkt befand sich das Haus in einem prekären Zustand und stand kurz vor dem drohenden Verfall. Auch die umgebende Landschaft hatte tiefgreifende Veränderungen erfahren; die einst so geordneten Gärten waren zu einer wilden Wiese verwildert. Durch die engagierten Bemühungen des Trusts wurde die strukturelle Integrität des Herrenhauses wiederhergestellt, was das Überleben des Gebäudes für die kommenden Generationen und die künftige Forschung sicherte.
Die Architektur und Gestaltung des Herrenhauses
Die Struktur von Canons Ashby House spiegelt eine lange Geschichte der schrittweisen Erweiterung und Modifikation wider. Ursprünglich aus einem Bauernhaus aus der Mitte des 16. Jahrhunderts hervorgegangen, wurde das Gebäude in den 1590er Jahren und erneut in den 1630er Jahren erweitert. Diese Anbauten verwandelten das Haus von einem in H-Form angelegten Grundriss mit einem Turm in eine komplexere Hofanlage. Weitere architektonische Veränderungen vollzogen sich um 1710, welche die Etagenhöhen, die Raumaufteilung und die gesamte Ästhetik des Herrenhauses grundlegend veränderten.
Im Inneren bewahrt das Haus bedeutende dekorative Elemente aus verschiedenen Epochen. Die Innenausstattung ist besonders für ihre jacobessischen Stuckarbeiten und die elisabethanischen Wandmalereien bekannt. Im Spenser Room verleihen Grisaille-Wandmalereien dem Raum eine subtile visuelle Präsenz, während der Drawing Room um einen dramatischen Kamin herum inszeniert ist. Die räumliche Organisation des Hauses offenbart zudem seine häusliche Evolution; so wurde beispielsweise der Raum, der einst als Winter Parlour bekannt war, später zum Servant’s Hall.
Die formalen Gärten und die umliegenden Anwesen
Das Herrenhaus ist eingebettet in einen prachtvollen formalen Garten, einen strukturierten Raum, der durch Terrassen, Mauern und Torpfeiler aus dem Jahr 1710 definiert wird. Diese architektonischen Elemente verleihen dem Anwesen ein Gefühl von Geborgenheit und Ordnung. Innerhalb dieser Grenzen bieten farbenfrohe Staudenrabatten einen saisonalen Wechsel in Textur und Farbgebung. Ein Obstgarten ist ebenfalls Teil des weitläufigen Geländes und beherbergt Obstbaumsorten, deren Ursprünge bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen.
Die Landschaft birgt zudem tiefere historische Schichten in Form ihrer religiösen Überreste. Das Gelände umfasst die Überreste einer mittelalterlichen Priorei-Kirche. In unmittelbarer Nähe sind zudem die Fundamente des Klostergebäudes erhalten, das einst das Zentrum der Pfarrkirche von Maidford bildete. Diese Fragmente verbinden das heutige Anwesen mit dem einstigen Augustiner-Priorat, das diese Gegend einst prägte.
Meisterwerke der Dryden-Sammlung
Die Sammlung innerhalb der herrschaftlichen Mauern zeugt von der beständigen Präsenz der Familie Dryden, deren Geschichte über Jahrhunderte hinweg in der Kunst der Porträtmalerei festgehalten wurde. Im Jahr 1710 schuf Jonathan Richardson der Ältere das Werk „The Dryden Family“, ein Gemälde, das die historische Kontinuität dieser bedeutenden Linie tief in der Zeit verankert. In unmittelbarer Nähe präsentiert sich ein faszinierendes Porträt von Elizabeth Cornwallis (gest. 1708), Mrs Edward Allen, als Diana die Jägerin, geschaffen von Jacob Huysmans, welches die Dargestellte in einer meisterhaften mythologischen Charakterisierung zeigt. Während Joseph Highmore durch sein Porträt der Elizabeth Rooper vertreten ist, zeigt ein Werk in der Schule von Sir Godfrey Kneller Sir John Dryden, den 7. Baronet Dryden von Canons Ashby (1704–1770).
Die späteren Jahre der Familie finden in jüngeren Porträts ihre visuelle Entsprechung. Um das Jahr 1795 malte William Staveley Sir John Turner Dryden (1752–1797), 1. Bt von Canons Ashby und 4. Bt von Ambrosden. Es folgt das Porträt von Sir Alfred Erasmus Dryden, 5. Bt Dryden von Canons Ashby und 8. Bt Turner von Ambrosden, das im Jahr 1904 von Charles Ernest Butler geschaffen wurde. Diese Gemälde verharren als stille Zeugen jener Generationen, die über die Jahrhunderte hinweg das Anwesen bewohnten und prägten.
