Ein Granitwächter am Rande von Dartmoor
Thronend auf einem Granitausbruch mit Blick auf die Teign Gorge, manifestiert sich Castle Drogo als eine singuläre Präsenz in der Landschaft von Devon. Es ist das letzte in England errichtete Schloss, ein Bauwerk, das aus dem Ehrgeiz von Julius Drewe und der architektonischen Vision von Edwin Lutyens hervorging. Zwischen 1911 und 1930 erbaut, erhebt sich das Gebäude direkt aus dem Stein der Landschaft selbst; unter Verwendung von lokalem Granit wurde eine Silhouette geschaffen, die wirkt, als gehöre sie schon immer zum Moorland. Das Design verschmilzt Tudor- und normannische Stile und besticht durch bewehrte Zinnen und massive Mauern, die eine wehrhafte Geschichte suggerieren, obwohl der eigentliche Zweck des Hauses rein privater Natur war.
Die Architektur ist eine Studie kontrollierter Kraft. Massive Granitblöcke, von denen einige bis zu 1,4 Tonnen wiegen, bilden das Fundament dieser eklektischen Residenz. Im Inneren werden die Räume durch große, von Steinfassungen und Querstreben durchzogene Fenster mit Bleiverglasung definiert, die das Licht sanft in Räume wie das minzgrüne Salon oder die Bibliothek fallen lassen. Das Ausmaß des Hauses spiegelt einen ganz spezifischen Moment der Geschichte wider, da es nur etwa ein Drittel der ursprünglichen Entwürfe von 1911 umfasst. Es bleibt ein Ort, an dem die Schwere des Steins auf die Präzision der Ingenieurskunst des zwanzigsten Jahrhunderts trifft.
Die Präsenz der Drewe-Sammlung
Innerhalb dieser Granitmauern wird die Geschichte der Familie in Porträts und persönlichen Objekten bewahrt. Die Sammlung spiegelt das Leben derer wider, die das Haus einst bewohnten, und fängt die Züge der Abstammungslinie der Drewe sowie ihrer Weggefährten ein. Diese Werke sind nicht bloße Abbilder, sondern vielmehr Präsenzen, die die Räume mit den Menschen verankern, die einst durch sie wandelten.
- Mrs George Drew, geborene Mary Peek (1821–1896), 1898 - Louisa Starr Canziani
- Mary Drewe (1900–1985), im Garten von Wadhurst Hall, East Sussex - Charles Martin Hardie
- Adrian Drewe (1891–1917), 1900 - Louisa Starr Canziani
- Julius Charles Drewe (1856–1931), 1902 - Charles Martin Hardie
- William Peek (1791–1870), 1851 - John Emery
- Mrs Julius Drewe, geborene Frances Richardson (1871–1954), 1909 - Louisa Starr Canziani
- Mrs Julius Drewe, geborene Frances Richardson (1871–1954), 1902 - Charles Martin Hardie
- Julius Charles Drewe (1856–1931), 1931 - George Harcourt
- Basil Drewe, OBE, MC, QC, (1894–1974), vor dem Kamin in der Eingangshalle von Castle Drogo, 1964 - Carel Weight
- Anthony Drewe, MC (1920–1991), im Alter von 70 Jahren, 1989 - Binny Mathews
- 'Trusty', 1915 - Lilian Cheviot
Eine Landschaft aus Stein und Garten
Die Verbindung zwischen dem Haus und seiner Umgebung ist untrennbar. Die Gärten, die mit Unterstützung von Gertrude Jekyll gestaltet wurden, schmiegen sich mit einer bewussten Geometrie um das Granitbauwerk. Rhododendren, Magnolien und Rosengärten nehmen die zwölf Hektar Land ein, während sich serpentinenartige Pfade dem Blick zur bewaldeten Schlucht unterhalb öffnen. Die Gartenplanung bildet einen sanften Kontrapunkt zu den harten Kanten des Schlosses und schafft einen Raum, in dem das Häusliche auf das Wilde trifft.
Die Erhaltung dieses Anwesens hat immense technische Anstrengungen erfordert. Jüngste Konservierungsarbeiten umfassten den Austausch von über 60.000 Metern Fugenmaterial und die Renovierung von 913 Fenstern. Eine solche Sorgfalt stellt sicher, dass das Interieur, einschließlich des von Lutyens entworfenen Billardtisches und der verschiedenen Gedenkräume, so bleibt, wie es zum Zeitpunkt der Fertigstellung des Hauses war. Es ist ein Ort, an dem die physische Substanz des Gebäudes ebenso Teil des Erlebnisses ist wie die Kunst, die es beherbergt.
