Die Architektur des MUba Eugène-Leroy
In Tourcoing, Frankreich, residiert die Institution in einem prachtvollen Privathaus aus dem Jahr 1860, einem sogenannten hôtel particulier. Das Gebäude bewahrt seinen ursprünglichen Charme durch kunstvoll verzierte Salons, edle Parkettböden und eine opulente Treppenanlage. Dieses historische Ambiente schafft eine ganz besondere Atmosphäre für die Betrachtung der Kunstwerke. Im spannenden Kontrast zu dieser Wohnstruktur des 19. Jahrhunderts beherbergt das Museum zudem Ausstellungsgalerien aus den 1930er Jahren. Diese von Art Deco geprägten Räumlichkeiten bestechen durch ihre großzügigen Dimensionen und das sanfte natürliche Licht, das durch weitläufige Oberlichter einfällt.
Die Sammlung des Museums erstreckt sich vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart und zeichnet sich durch eine bedeutende Auswahl an Gemälden und Radierungen aus. Die Entwicklung dieser Schatztruhe wurde maßgeblich von Charles Roussel-Defontaine geprägt, einem Gelehrten und ehemaligen Bürgermeister von Tourcoing, dessen Vermächtnis später unter dem Mandat von Victor Hassebroucq aufgenommen wurde.
Die ständige Sammlung
Die Bestände umfassen Werke aus verschiedensten Epochen und Strömungen, die von klassischen Traditionen bis hin zu modernen Ausdrucksformen reichen. Die Auswahl ist so kuratiert, dass sie durch ihre vielfältigen Sujets und Techniken eine ganz eigene Perspektive auf die Kunstgeschichte eröffnet.
- Der Schenk – Allegorie der Mäßigung von Theodoor Rombouts
- Reitporträt von Mademoiselle Croizette, 1873 von Carolus-Duran
- Didos Jagd. Historische Landschaft, 1850 von Guillaume Guillon Lethiere
Künstlerische Präsenz und lokales Erbe
Das Museum pflegt eine tiefe Verbindung zur Region durch das Werk von Eugène Leroy. Der in Tourcoing geborene Künstler arbeitete mit dichten Farbschichten, um die Essenz der menschlichen Präsenz einzufangen. Sein Ansatz war geprägt von der physischen Geste des Malens, wobei er sich oft abseits der traditionellen Kunstkreise bewegte. Die Institution widmete ihm bereits Ausstellungen, wie etwa der Schau im Jahr 2022 mit dem Titel Eugène Leroy. À contre-jour.
Das aktuelle Programm umfasst zudem groß angelegte Themenausstellungen, wie die im Jahr 2024 gezeigte Schau Peindre la nature. Paysages impressionnistes du musée d’Orsay. Solche Exponate ermöglichen es dem Museum, sich mit den großen Bewegungen der französischen Kunstgeschichte auseinanderzusetzen und gleichzeitig seine ganz eigene Identität in der Region Nord zu bewahren.
