Ursprung und Geschichte des Museums
Das Musée des Ursulines liegt eingebettet in der französischen Stadt Mâcon. Die bewegte Geschichte dieses Ortes nahm ihren Anfang im Jahr 1615, als Bischof Gaspard Dinet die Ursulinen in die Stadt brachte. Um dem Orden einen würdigen Raum zu bieten, wurde zwischen 1675 und 1680 das heutige Kloster auf dem Plateau de la Baille errichtet.
Doch die Bestimmung des Gebäudes sollte im Zuge der Revolution eine tiefgreifende Wandlung erfahren, als es von den öffentlichen Behörden requiriert wurde. Im Jahr 1793 diente der Ort als Gefängnis – eine düstere Ära, in deren Mauern auch der Vater von Lamartine inhaftiert war. Im Anschluss an diese Zeit wurde das Gebäude 1796 in eine Militärkaserne umgewandelt, eine Funktion, die es bis zum Jahr 1929 innehielt.
Das Gebäude und seine Architektur
Das Musée des Ursulines findet seine Heimat im ehemaligen Kloster der Ursulinen, das in der 5 rue de la Préfecture in Mâcon, Frankreich, liegt. Das imposante Bauwerk wurde zwischen 1675 und 1680 auf dem Plateau de la Baille errichtet. Seine tiefe historische Bedeutung wurde durch die Einstufung als monument historique gewürdigt, ein Status, der ihm im Jahr 1929 sowie erneut im Jahr 1962 verliehen wurde. Die Geschichte dieses Ortes ist geprägt von einem stetigen Wandel: Von einer religiösen Institution über die Nutzung als Kaserne und Gefängnis bis hin zu seiner heutigen Bestimmung. Seit 1968 öffnet das Haus seine Tore für die Öffentlichkeit und lädt als Museum zum Verweilen ein.
Das Innere des Gebäudes entfaltet seine Pracht über drei markante Ebenen, die eine harmonische Bühne für die vielfältigen Sammlungen bilden – von archäologischen Schätzen bis hin zur klassischen Schönen Kunst. Die architektonische Struktur schafft dabei einen natürlichen, chronologischen Rahmen für die ausgestellten Werke, während man sich vom Erdgeschoss durch die oberen Galerien wandelt. Dieser durchdachte Grundriss ermöglicht es dem Besucher, in einer fließenden Bewegung durch verschiedene historische Epochen und künstlerische Strömungen zu schreiten.
Archäologie und Ethnographie
Die Schätze des Museums umfassen ein faszinierendes Spektrum aus Archäologie, Ethnographie und schöner Kunst. Der archäologische Bereich eröffnet dem Betrachter eine tiefgreifende Perspektive auf die Geschichte der Region, die von der Ära der Kelten bis weit in das Mittelalter hineinreicht. Um diese kostbaren historischen Überreste noch eindrucksvoller in Szene zu setzen, wurde dieser spezifische Teil der Sammlung im Jahr 2022 umfassend renoviert und modernisiert.
Über die archäologischen Fundstücke hinaus bewahrt das Museum einen ganz besonderen Raum für das literarische und politische Erbe von Alphonse de Lamartine (1790-1869). Diese Abteilung widmet sich dem intellektuellen Wirken und den gesellschaftspolitischen Beiträgen dieser bedeutenden Persönlichkeit für die Region. Ergänzt wird dieses historische Panorama durch die ethnographischen Sammlungen, die ein tieferes Verständnis der lokalen Geschichte und der sozialen Entwicklung im Raum Mâcon ermöglichen.
Kunstsammlungen und Epochen
Die Sammlung der schönen Künste im Musée des Ursulines spannt einen weiten Bogen, der vom 16. Jahrhundert bis hin zur zeitgenössischen Kunst reicht. In den Beständen finden sich eindrucksvolle Genreszenen und Landschaften des 17. Jahrhunderts aus der Schule des Nordens, eine Ära, die durch Meisterwerke wie das monumentale Tafelbild La Visitation – La Présentation au Temple von Anthonis van Blockland (1532-83) eindrucksvoll repräsentiert wird.
Die Auswahl des Museums für das 17. und 18. Jahrhundert legt einen besonderen Fokus auf französische Porträts und die Darstellung mythologischer Figuren. Mit dem Übergang in das 19. Jahrhundert verschiebt sich der künstlerische Schwerpunkt hin zur Landschaftsmalerei und der mystischen Tiefe der Symbolismus-Bewegung. Diese Epoche wird maßgeblich durch das Schaffen von Gaston Bussiere geprägt, dessen Werke wie Isolde: The Celt Princess (1911) und Joan of Arc (1908) die Seele dieser Zeit einfangen.
Die Bestände des 20. Jahrhunderts führen den Betrachter weiter in die Ära des Post-Kubismus und der abstrakt-geometrischen Kunst. Diese modernen Strömungen werden durch die Visionen verschiedener bedeutender Künstler verkörpert, darunter:
Meisterwerke der Sammlung
Die Kunstsammlung des Musée des Ursulines besticht durch bedeutende Werke aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, die insbesondere die Traditionen des Symbolismus und der Landschaftsmalerei verkörpern. Eine zentrale Gestalt dieser Bestände ist Gaston Bussiere, dessen künstlerische Vision sich in mehreren monumentalen Kompositionen manifestiert, darunter Isolde: Die keltische Prinzessin (um 1911) und Tristan und Isolde aus dem Jahr 1895. Seine Darstellungen mythologischer und legendärer Gestalten, wie etwa Die blonde Yseult (um 1900) und Jeanne d'Arc (um 1908), sind tiefgründige Studien über das Interesse der symbolistischen Bewegung an Erzählkunst und psychologischer Charakterisierung.
Die Landschaftsmalerei offenbart sich in der Sammlung durch eine beeindruckende Vielfalt an Perspektiven und Techniken. Claude Monets Fußgängerbrücke in Zaandam (um 1871) gewährt einen ganz spezifischen Einblick in die niederländische Architektur und das besondere Spiel des Lichts. Im Kontrast dazu fängt Felix Ziem in seinem Werk Der Bosporus (1856) eine völlig andere atmosphärische Qualität ein. Weitere bemerkenswerte Landschaften sind Marie-Auguste Flamengs Dorfweg aus dem Jahr 1887 sowie die Werke von Adolphe Appian, wie etwa Les marais de Rossillon.
Ergänzt wird das Ensemble durch formale Porträts und eindringliche Genreszenen. Léon Bonnats Portrait de M. Delarue, architecte liefert eine präzise und charakterstarke Wiedergabe seines professionellen Modells. Die Sammlung umfasst darüber hinaus folgende Glanzstücke:
- Der Bosporus, 1856 – Felix Ziem
- Tristan und Isolde, 1895 – Gaston Bussiere
- Dorfweg, 1887 – Marie-Auguste Flameng
- Jeanne d'Arc, um 1908 – Gaston Bussiere
Besucherinformationen und Öffnungszeiten
Ein Besuch im Musée des Ursulines lässt sich ideal in den Wochen von Dienstag bis Samstag planen, wenn das Museum seine Tore von 10:00 bis 12:30 Uhr sowie erneut von 14:00 bis 18:00 Uhr öffnet. An Sonntagen und an den gesetzlichen Feiertagen empfängt die Institution ihre Gäste in der Nachmittagszeit von 14:00 bis 18:00 Uhr. Bitte beachten Sie bei Ihrer Reiseplanung, dass das Museum montags geschlossen bleibt.
Um die kostbaren Sammlungen und die historische Substanz des Gebäudes zu bewahren, unterliegt der Zeitplan zudem saisonalen Anpassungen und festen Schließzeiten. Das Museum bleibt am 1. Januar, am 1. Mai, am 14. Juli, am 1. November sowie am 25. Dezember geschlossen. Darüber hinaus bleibt das Haus an den Dienstagen nach Ostern und Pfingsten geschlossen, um der Pflege und dem Erhalt dieser kulturellen Schätze gerecht zu werden.
Für Entdecker, die die Region auf zwei Rädern erkunden, bietet das Musée des Ursulines einen besonderen Service: Als zertifizierter „Accueil Vélo“-Standort ist das Museum darauf vorbereitet, Radreisende willkommen zu heißen und Teil des nachhaltigen lokalen Tourismus zu sein. Sie finden das Museum in der 5 rue de la Préfecture in Mâcon, Frankreich.
