Die palladianische Präsenz von Basildon Park
Westlich von Reading, eingebettet zwischen den Dörfern Upper Basildon und Lower Basildon, thront Basildon Park als ein geschütztes Landhaus von herausragender Bedeutung (Grade I listed). Das zwischen 1776 und 1783 für Sir Francis Sykes errichtete Anwesen folgt dem strengen palladianischen Architekturstil. Seine Ausstrahlung wird von einem tiefen Gefühl für Ordnung und Symmetrie getragen – ein Charakterzug, den auch der um 1845 von C.R. Cockerill entworfene Stallkomplex widerspiegelt. Dieses Nebengebäude, ebenfalls als denkmalgeschützt (Grade II) eingestuft, besticht durch rotes Mauerwerk mit Stein- und blauen Ziegeldekorationen, gekrönt von einem Schieferdach und Fenstern mit strahlenförmigen Oberlichtern. Der von Begrenzungsmauern umschlossene Stallhof bewahrt zudem einen Boden aus blau-schwarzem Ingenieursziegel.
Obwohl das Haupthaus in den 1950er Jahren einer umfassenden Umgestaltung unterzogen wurde, bewahrt es unaufdringlich den Geist des viktorianischen Kunstsammlers James Morrison. Die Innenräume haben durch ihre Verwendung als Londoner Residenz der Familie in der Serie Downton Abbey eine beinahe filmische Vertrautheit erlangt. Das Anwesen erstreckt sich weit über die Mauern des Hauses hinaus in Gärten und weitläufige Ländereien, die der Öffentlichkeit offenstehen.
Das Erbe von Morrison und die Apostel
Die in diesen Mauern verborgene Sammlung spiegelt die exzentrischen und tiefgreifenden Interessen von James Morrison wider, dessen Akquisitionen Meisterwerke von Poussin, Rubens, Claude, Rembrandt, Constable und Turner umfassten. Eine besondere spirituelle Schwere geht von den acht Aposteln des Pompeo Batoni aus, die den Raum mit einer stillen, religiösen Erhabenheit füllen. Diese Werke, zusammen mit Porträts von Batoni und Mengs, lassen die Ära der Grand Tour lebendig werden.
Die Sammlung umfasst verschiedene herausragende Werke, die den Charakter des Hauses definieren:
- Heiliger Johannes der Evangelist, 1741 - Pompeo Batoni
- Heiliger Paulus, 1741 - Pompeo Batoni
- Heiliger Petrus, 1741 - Pompeo Batoni
- Heiliger Matthäus, 1741 - Pompeo Batoni
- Heiliger Philippus, 1741 - Pompeo Batoni
- Heiliger Jakobus der Ältere, 1741 - Pompeo Batoni
- Heiliger Thomas, 1741 - Pompeo Batoni
- Miss Frances Lyde Browne mit Musik und Kranz, 1777 - Pompeo Batoni
Jenseits der religiösen Figuren zeigt die Sammlung eine enorme Vielfalt, die von den Landschaften des George Washington Lambert bis hin zu den Stillleben von Anne Vallayer-Coster reicht. Die Präsenz einer Zeichnung von Michelangelo sowie Werke von Subleyras innerhalb der Brinsley Ford Sammlung verleihen den Räumen zusätzliche historische Tiefe.
Ein Zusammenfluss von Kunst und Geschichte
Das Haus dient als weit mehr als nur einem Archiv für Gemälde; es bewahrt die Spuren verschiedener Epochen in Form von Zeichnungen und Karikaturen. Eine dem Künstler Adam zugeschriebene Zeichnung eines temporären Ballsaals residiert hier neben Werken von Tiepolo. Zudem findet sich eine Karikatur von Patch, die Grand Touristen darstellt und einen ganz spezifischen sozialen Moment einfängt. Die Sammlung ist keine statische Ausstellung, sondern ein Ensemble kostbarer Objekte, die durch die Hände bedeutender Sammler gewandert sind – darunter die Brinsley Ford Sammlung, die einst eine meisterhafte Zeichnung von Michelangelo beherbergte.
